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Sicherheit

14.06.2018

Ist das Feuerwehrauto zu teuer?

Der Weldener Marktrat entscheidet sich für das neue Fahrzeug, doch es gibt Kritik an den Kosten

Bürgermeister Peter Bergmeir hat die vergangene Ratssitzung dazu genutzt, die Bedeutung der Feuerwehr für das Gemeinwohl herauszustellen. „Brandschutz ist eine Pflichtaufgabe für jede Kommune“, betonte er. Ausgangspunkt für die Diskussion war die Neuanschaffung eines Mehrzweckfahrzeugs für die Weldener Feuerwehr für etwa 90000 Euro. Die Entscheidung fiel zwar schließlich klar mit 13:1 aus, doch bei der Sitzung war es zu kritischen Stimmen gekommen. Der Marktrat hatte schon in der Maisitzung über das Fahrzeug diskutiert, die Abstimmung aber verschoben (wir berichteten).

Zur Begründung des Vorhabens durfte nun Kommandant Markus Poll vor den Räten sprechen, der diese mit einem leidenschaftlichen wie selbstbewussten Appell für sich zu gewinnen suchte. „Diesem wichtigen Fahrzeug, das bei jedem Einsatz dabei sein wird, kommt eine Schlüsselfunktion zu“, betonte Poll, seit einem Jahrzehnt Kommandant von mehr als 100 aktiven Feuerwehrlern, darunter zwei Dutzend Frauen. Detailreich berichtete er über das 35 Jahre alte Vehikel und legte dabei die Gründe für einen Wechsel innerhalb der vier Fahrzeuge zählenden Flotte dar. „Das bisherige Gerät hat gute Dienste geleistet, kann aber mit den heutigen gestiegenen Anforderungen nicht mehr Schritt halten.“ Der sechssitzige Nachfolger würde sich zudem in das 2008 beschlossene Fahrzeugkonzept hervorragend einfügen. Und: „Ich weiß, dass die Kosten dafür hoch sind, aber wir brauchen ihn.“ Genau hier mussten bei dem einen oder anderen Bürgervertreter die Alarmglocken geläutet haben. So bezog sich Anton Kiening von der Bürgergemeinschaft Welden-Reutern (BGM) auf den Anschaffungspreis in Höhe von knapp 90000 Euro, von denen nach dem Abzug des Förderanteils durch die Regierung von Schwaben noch 75000 Euro verbleiben: „Dieser Betrag ist für eine Gemeinde wie uns alles andere als ein Klacks.“ Man stehe hinter der Sache, aber: „Wir kämpfen gewissermaßen an zwei Fronten: Zwischen einer gut ausgestatteten Feuerwehr und der Pflicht zum sparsamen Umgang mit Steuergeldern.“

Vor allem wurmte ihn der seiner Ansicht nach teure Aufbau mit zahlreichen Geräten wie Funk, PC sowie weiteren Rettungssystemen. Als Kritiker Kiening weitere Zweifel anbrachte und ihm Kollege Michael Sibich sogar mit einer Frage nach der Sinnhaftigkeit von vier Fahrzeugen zur Seite stand, rückte der Bürgermeister mit deutlichen Worten selbst aus: „Wenn Sie meinen, dass andere Kommunen mit weniger auskommen, dann sage ich, dass es auch Orte mit einer größeren Flotte gibt.“

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Wer sich genau umsehe, werde bald feststellen, dass es oft etwa schon Probleme bei der Besetzung von Kommandantenpositionen gebe oder eine schlagkräftige Wehr gleich gar nicht zustande komme, sagte Bergmeir. „Dann hat die Gemeinde diese Pflichtaufgabe an der Backe.“ Der vorgeschlagene Ersatz sei unumstößlich, zumal die heimischen Brandschützer auf einem hohen Niveau arbeiteten.

Auch den geäußerten Vorwurf, mangelhaft und zu spät über Details des Projekts zu informieren, hätte der Rathauschef am liebsten gleich wieder weggelöscht. Seinen Blick in den Saal gerichtet meinte er: „Man kann sich bei Übungen wie am vergangenen Freitag sowie bei weiteren Veranstaltungen über die tolle Arbeit unserer Feuerwehr immer wieder ein eigenes Bild verschaffen.“ Applaus in der ganzen Runde dann, als Peter Bergmeir „im Namen des Gemeinderates“ dafür dankte, dass „Sie Tag und Nacht für unsere Sicherheit da sind“.

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