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Kabarett

13.03.2018

Lästern über die Problemzonen

Bernhard Uhl, Monika Mayr, Christa Wiest und Wolfgang Haschner (von links) sind Die Problemzonen.
Bild: Günter Herdin

Zweimal im Jahr gibt es bei der Feuerwehr in Hennhofen einen speziellen Höhepunkt

Gar mancher der 150 Besucher im ausverkauften Gemeinschaftshaus im Altenmünsterer Ortsteil Hennhofen überlegte sich, noch bevor die vier Protagonisten der Kabarettgruppe Die Problemzonen die Bühne betraten, wo die eigenen „Problemzonen“ oder die der anderen Gäste zu finden und zu sehen sind. Kleine Fettpölsterchen am Bauch, an den Oberschenkeln oder am Allerwertesten – mitunter wurde darüber im kleinen Kreis ganz offen gesprochen. So auch auf der Bühne: Monika Mayr, Christa Wiest, Bernhard Uhl und Wolfgang Haschner nehmen bei ihrem dreistündigen Programm auf überhaupt nichts Rücksicht. Schon gar nicht, wenn es um die Ernährung geht. Sie besingen mit dem Titel „Du bist, was du isst“ die Essgewohnheiten wie „Huhn, Schwein und Kuh – gehör’n dazu“.

Der Vorsitzende der gastgebenden Feuerwehr Hennhofen, Stefan Litzel, ist bei der Begrüßung ehrlich genug, um zu behaupten, „dass wir alle selbst genug Problemzonen“ hätten. Er erhoffte sich deshalb von der Gruppe aus Rain am Lech viele hilfreiche Tipps.

Und die bleiben nicht aus. Vor allem für die Frauen. Unter anderem wird den Männern im Saal erklärt, dass Frauen keinen Speck haben, häufig aber „erotische Nutzflächen“. Als sich Monika Mayr und Christa Wiest plötzlich im altmodischen Kleiderschürzel der 60er-Jahre und mit einem fast schon Angst einjagenden und halb herausgefallenen Gebiss zeigen, bemitleiden sie sich in einem weiteren Song selbst. Als Melodie muss Nickis „I bin a bayerisches Cowgirl“ herhalten. Die beiden Damen der Problemzonen haben den einstigen Erfolgsschlager neu getextet. Sie seufzen musikalisch: „I bin a gräusliches Weibsbild – oh je, i bin ed scheee!“

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Geschickt versteht es die Gruppe, als Grundlage für ihre hintersinnigen Sticheleien bekannte Ohrwürmer von Abba, Andrea Berg („Ich hab mich tausendmal gewogen“) oder Andreas Gabalier mit umgeschriebenen Texten vorzutragen. Natürlich gibt es auch immer wieder verbale Kostproben in Form von zahlreichen Witzen.

Dass es im Alltag nicht nur Problemzonen am eigenen Körper gibt, sondern immer wieder Probleme ganz allgemein auftreten, zeigen Die Problemzonen deutlich auf. Wie befreiend die Erkenntnis eines „anonymen Tupperers“ sein kann, endlich „enttuppert“ zu sein, wird so manchem weiblichen Gast klar. Ihm wird der Spiegel vor Augen gehalten. Auch wenn kein Platz im Schrank vorhanden ist, werde die angepriesene Neuheit trotzdem gekauft. Beim Umgang mit dem Handy heißt der passende Song „Ich drück dich und wisch dich“.

Schließlich bekommen auch Helikoptereltern und die Politiker ihr Fett ab, und natürlich werfen die Protagonisten ganz aktuell einen Blick auf die neue GroKo in Berlin. 160 Tage, 16 Stunden und 44 Minuten habe es gedauert, ehe Klarheit herrschte, was nun kommen wird. Unter anderem widmen Die Problemzonen Martin Schulz ein Abschiedslied, in dem es heißt: „Von Parteigenossen in den Wind geschossen, kannst du jetzt nach Hause geh’n, freue dich auf Würselen.“ Es ist für das Publikum, das zu Beginn von den Kabarettisten mit einem Chorgesang die Hymne „Hennhofen“ zu hören bekommt, einer von vielen Höhepunkten des Abends, bei dem viele Bereiche des täglichen Lebens charmant auf den Arm genommen werden. (her)

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