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17.09.2016

Lange Mängelliste in der Adelsrieder Kita

Die Kita in Adelsried muss saniert werden.
Bild: Marcus Merk

Die Kindertagesstätte muss saniert werden und ist auch zu klein. Sie könnte aufgestockt werden

Dass die bestehende Kita in Adelsried etliche Mängel aufweist, ist seit Langem bekannt – und wohl auch kein Wunder, denn die bereits zweimal erweiterte Anlage ist schon mehr als 25 Jahre alt. Aber nicht nur der Zahn der Zeit verpflichtet zum Handeln, auch die Bedürfnisse haben sich geändert. Die Tagesstätte kann die weiter steigende Kinderzahl nicht mehr verkraften. Angesichts dieser Ausgangslage hat die Gemeinde ein Architekturbüro beauftragt, die Kosten für die nötige Sanierung dem Aufwand für einen Neubau gegenüberzustellen – es war das intensiv diskutierte Hauptthema bei der vergangenen Gemeinderatsitzung.

Die von Architekt Kurt Niebler vorgelegte Mängelliste gibt durchaus Anlass zur Besorgnis. Dabei sind Bauschäden mit Wassereintritt sowie Mauerrisse und fehlende Beschattungen schon fast nebensächlich. Schwerwiegender ist der zu beanstandende Brandschutz mit Rettungswegen entlang brennbaren Materials, etwa der Garderobe.

Abgesehen davon fehlen den heutigen Anforderungen entsprechende Räumlichkeiten, etwa ein ausreichend großer Essensraum sowie ein Intensivraum und ein Wartezimmer für Eltern. Außerdem ist der Personalraum für 17 Beschäftigte zu klein und kann nicht gelüftet werden. Auch eine zusätzliche Toilette für Eltern und Personal ist nötig. Vergeblich sucht man auch einen Abstellplatz für Kinderwagen.

Lange Mängelliste in der Adelsrieder Kita

Als „wünschenswert“ bezeichnet Niebler unter anderem Beschattungen zur Schaffung angenehmerer Temperaturen bei Sonneneinstrahlung, auch eine generelle Klimatisierung der Räume wäre vorteilhaft. Obendrein wäre ein größerer Garten zum Spielen gut. Indem man die Dächer anhebt, könnten laut Architekt vier zusätzliche Räume mit zusammen etwa 100 Quadratmetern geschaffen werden. Damit ließen sich die größten Bedarfslücken schließen. Dieser Erweiterungsbau samt Sanierung würde voraussichtlich etwa 600000 Euro kosten. Ein Problem ist allerdings die Statik. Ob der Boden und die Fundamente die Aufstockung verkraften, müsste noch geprüft werden.

Ein Neubau – dafür bietet sich ein 5000 Quadratmetergrundstück neben der Schule an – würde mit bis zu drei Millionen Euro zu Buche schlagen. Eine gewaltige Summe, für die allerdings Zuschüsse zu erwarten sind. Wie hoch die sind, hängt letztlich davon ab, wie viele der Fördermittel für die alte Kita wieder zurückgezahlt werden müssten.

Die Reaktion der Gemeinderatsmitglieder auf diese wenig erfreulichen Informationen mag man mit „Betretenheit“ beschreiben. Doch letztlich ist klar: Das eine, die Sanierung, ist – böse ausgedrückt – Flickschusterei mit kurzer Verfallszeit. Der Neubau dagegen wäre zukunftsgerichtet und nachhaltig.

Insbesondere Bürgermeisterin Erna Stegherr-Haußmann scheint diese große Lösung zu bevorzugen, auch wenn die Nachnutzung der alten Einrichtung, die ohnehin renovierungsbedürftig bliebe, problematisch sein dürfte. Zumal ein Verkauf an privat wegen der fehlenden Zufahrtsmöglichkeit auszuschließen ist.

Und so bestand schließlich Einigkeit im Gemeinderat, Schritt für Schritt vorzugehen und zunächst einmal die statischen Voraussetzungen für die Aufstockung fachmännisch eruieren zu lassen.

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