Ausstellung

04.08.2014

Lyrische Liniengeflechte

Die Künstlerin Anna Ottmann nutzt für ihre Ausstellung „AKTive chiffren“ geschickt die Glasbauweise des Rathausfoyers.
Bild: Thomas Hack

Die Bilder von Anna Ottmann bringen Farbe und Erotik ins Stadtberger Rathaus

„Der Körper ist die Verführung zum Bild“ – diese poetischen Worte stammen aus der Feder von Schauspielerin und Künstlerin Anna Ottmann, deren Ausstellung „AKTive chiffren“ derzeitig im Foyer des Stadtberger Rathauses zu sehen ist.

Lyrisch präsentieren sich auch ihre Darstellungen, expressiv und emotional. Denn das wichtigste Thema in ihren Werken ist der Mensch, in seiner körperlichen Daseinsform wie auch mit seiner erotischen Ausdruckskraft. Aufwühlende Gefühle werden hier mit farbgewaltigen Eruptionen auf der Leinwand verewigt, zarte Liniengeflechte umweben feinfühlig die dominanten Elemente oder lassen eine filigrane Welt der Zeichenkunst für sich ganz alleine sprechen.

Der Körper steht für Ottmann einvernehmend im Mittelpunkt, und dies grundsätzlich aus unterschiedlichen Betrachtungsweisen –einmal als beherrschendes Sujet des Bildes, gleichzeitig aber auch als Manifestierung von Künstler und Betrachter. Ottmann möchte nicht diktieren, sondern inspirieren. Sie gibt in ihren Werken keinerlei vordefinierte Sichtweise vor und möchte bewusst ganz individuelle Eindrücke erzeugen: „Jeder Betrachter soll selber entscheiden, was er in einem Gemälde sehen möchte. Doch es ist wichtig, dass er in Interaktion mit dem Bild steht und beide zusammen in Bewegung bleiben.“ Die luftige Gestaltung des Gebäudes stellte durchaus eine Herausforderung für die Malerin dar, da große Flächen des Foyers aus Glas gefertigt sind. Doch genau diese bautechnischen Besonderheiten vermochte Ottmann geschickt in die Ausstellung zu integrieren: „Ich habe versucht, auf den Raum einzugehen, sehr offen zu hängen und auch die Fensterscheiben mit einzubeziehen.“

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Passend zu diesem Ambiente sind demnach auch viele Bilder zu sehen, die auf Transparentpapier ihren Glanz entfalten oder offen zwischen zwei Glasscheiben eingespannt sind. Aber auch durchaus ungewöhnlichere Untergründe sind hier zu entdecken, wie etwa das Verpackungsmaterial einer Solaranlage.

Ebenfalls als nicht alltäglich offenbarten sich ihre Malwerkzeuge: Statt Pinsel kommen bei Anna Ottmann meist die bloßen Hände zum Einsatz, statt Farbtuben zu verwenden, rührt sie die Pigmente selber an.

Ob für die Künstlerin kreative Schnittmengen zwischen Malerei und Schauspielkunst bestehen? „Ich sehe immer mehr Gemeinsamkeiten“, erzählt sie, „Bei beiden Kunstformen muss man spontan etwas geben, das man nicht zurücknehmen kann. Die große Verbindung ist die Emotion und die Leidenschaft!“ Der sympathischen Künstlerin gelingt es aber nicht nur, ein Feuerwerk der Leidenschaften zu entzünden, sondern auch gehörig Spannung zu erzeugen – was sowohl für ihre Werke, als auch für ihr ganzes Wesen gilt.

Der Schlüssel zur Ausdruckskraft liegt für sie in der Sinnlichkeit

So findet man im Rathausfoyer auch Dinge, die „nicht von der Bettkante gestoßen“ sind, und trifft in einer Vitrine gar auf geheimnisvolle „Randerscheinungen“, die in ihrer Bezeichnung durchaus wörtlich zu nehmen sind. Der Schlüssel zur Ausdruckskraft liegt für Ottmann zweifelsohne in der Sinnlichkeit: „Erotik ist die Wurzel der Lebensenergie!“ Und diese Lebensenergie kann der Besucher am besten spüren, wenn er sein analytisches Denken für einen Moment lang zur Seite legt und sich an das Spielerische in sich erinnert. Auch Ottmann sagt: „So wie ein Kind malt, kann man das als Erwachsener nicht mehr. Doch in meinen Arbeiten ist eine Lebendigkeit geblieben, die normalerweise nur Kinder haben können.“

Montag bis Freitag 8.30 bis 12 Uhr, Mittwoch 7.30 bis 12 Uhr und 14 bis 18 Uhr. Die Ausstellung ist noch bis 11. September zu sehen. Ein offener Sonntag findet am 7. September von 11.30 bis 17 Uhr statt.

Themen Folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Lesen Sie dazu auch
MMA_05465.jpg
Neusäß

Sturmwarnung: Volksfest endet am Sonntag früher

ad__starterpaket@940x235.jpg

Webseite und App freischalten!

Die schnellsten Lokalnachrichten - live,aktuell und multimedial.
Alle Online-Inhalte auf allen Endgeräten zu jeder Zeit, mtl. kündbar.
Damit sind Sie daheim und im Büro immer auf dem Laufenden.

Zum Web & Mobil Starterpaket