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Komödie

28.11.2014

Moderne Gesellschaftsprobleme auf dem „Hof voller Narren“

Pünktlich zur Eheschließung erscheint auch die polnische Mutter der Braut – Szene aus dem Stück der Theaterfreunde Hirblingen.
Bild: Christian Schaller

Hirblinger Theaterfreunde begeistern mit Dreiakter: Viele Verwirrungen um den künftigen Hoferben

Eigentlich ist alles ganz einfach: Bäuerin Ruth Dippelmann will ihren Hof vererben. Allerdings nur an das ihrer beiden Kinder, das zuerst vor den Traualtar tritt. Ruths Sohn Jonathan muss nun also so schnell wie möglich heiraten, damit der Hof nicht an seine skrupellose Schwester Esther fällt. Das Hauptproblem ist dabei jedoch nicht, dass kein heiratswilliger Partner in Sichtweite wäre – ganz im Gegenteil. Allerdings weiß die traditionelle Mutter Ruth noch nicht, dass die Braut viel eher ein Bräutigam ist, Detlef heißt und ihr Sohn Jonathan demnach homosexuell ist.

Die Theaterfreunde Hirblingen begeisterten das Publikum im Vereinsstadl im Gersthofer Stadtteil Hirblingen mit Winfried Abels „Ein Hof voller Narren“. Der Dreiakter zeigte dabei mehr als unterhaltsam, wie die idyllische Welt der Bauern auf aktuelle Themen wie Homosexualität trifft. Denn Bauer Jonathan lebt in beiden Welten: Er will seine große Liebe Detlef ebenso wenig aufgeben wie den elterlichen Hof. Doch dann stellt Mutter Ruth ihr Ultimatum: Wer zuerst heiratet, bekommt alles. Und da besondere Umstände eine besondere Lösung erfordern, arrangiert Jonathan in Windeseile eine Scheinehe mit Irena, der polnischen Pflegerin seines schwerhörigen Großvaters... Doch auch die zynische Schwester Esther gibt nicht so schnell klein bei und versucht ihrerseits, den ewig fluchenden, weil am Tourettesyndrom erkrankten Knecht Hannes zu bezirzen. Der ist jedoch eher an Jonathans frisch gebackener Braut Irena interessiert. Langsam entwickelt sich ein Chaos im Hause der Dippelmanns. Wird Jonathan am Ende doch noch den Hof erhalten?

Die turbulente Verwechslungskomödie begeisterte das Publikum im Hirblinger Vereinsstadl vor allem durch die Situationskomik und das zeitkritische Thema. „Es hat alle Klischees erfüllt und war sehr lustig. Die Wortwitze waren aber allgemein super.“ Auch Besucherin Christiane Gerlach aus Augsburg lobt: „Das Stück wurde toll präsentiert. Es war passend besetzt und ein sehr gutes Zusammenspiel.“ Renate und Hans Kiefer aus Rettenbergen waren dagegen von der Bewirtschaftung angetan: „Es ist sehr schön und gesellig im Vereinsstadl, und das Stück war auch sehr unterhaltsam.“

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Bei der Komödie wirkten mit Stefan Mayer (Jonathan Dippelmann), Marie-Theres Schneider (Esther Dippelmann), Kathrin Sieve (Ruth Dippelmann), Michael Knoblich (Erwin Dippelmann), Wolfgang Schmidt als Detlef, Wally Weiß als Natalia Lewandowska, Sabrina Schneider (Irena Lewandowska), Michael Braun (Hannes), Christoph Brem (Otto).

Karla Flowers soufflierte, Inspizient war Andreas Brem, Simone Haak und Bianca Röder sorgten für die Maske, die Theaterleitung hatte Wolfgang Schmidt. (tian)

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