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Neusäß

20.11.2019

Nach Reizgas-Austritt: Was droht dem Verursacher?

Nach dem Einsatz von Reizgas wurde das Schulzentrum in Neusäß evakuiert. (Symbolfoto)
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Nach dem Einsatz von Reizgas wurde das Schulzentrum in Neusäß evakuiert. (Symbolfoto)

Die gefährlichen Stoffe an den Beruflichen Schulen Neusäß sind verflogen – Jetzt beginnt in Neusäß die Suche nach dem Täter.

Am Tag nach dem Reizgas-Alarm ist an den Beruflichen Schulen in Neusäß Ruhe eingekehrt. Nach einem letzten Kontrollgang am Mittwochvormittag gab Schulleiter Rainer Bartl grünes Licht. Am Donnerstag wird der Unterricht wieder stattfinden. Doch eine große Frage bleibt.

Das Reizgas hatte am Dienstagnachmittag in Neusäß am Beruflichen Schulzentrum für große Aufregung gesorgt. Das Schulgebäudemusste geräumt werden. Drei Schüler wurden ambulant behandelt, einer kam ins Krankenhaus, 36 klagten über Atembeschwerden (wir berichteten).

Kurz nach 12 Uhr hatte die Schulleitung die Feuerwehr alarmiert, dass sich in den Fluren des Gebäudes Reizgas ausbreite. 55 Mann der Feuerwehr, 15 Rettungssanitäter und die Polizei rückten an. Die Schüler mussten zunächst in den Klassenzimmern bleiben. Erst als die Feuerwehr keinen Gasgeruch mehr wahrgenommen hatte, wurden die rund 700 bis 800 Schüler in die Aula des angrenzenden Justus-von-Liebig-Gymnasiums geführt. Gegen 14 Uhr gab die Feuerwehr das Gebäude des Schulzentrum wieder frei und die Schüler wurden nach Hause geschickt. Außerschulische Veranstaltungen, wie die Fortbildungsveranstaltung für Lehrer, fanden am Dienstag wie auch am Mittwoch weiterhin statt.

Am Mittwochmorgen war die Luft wieder rein

Obwohl der Schulleiter der FOS/BOS, Rainer Bartl, bereits am Dienstag keinen Gasgeruch mehr vernommen hatte, prüfte er am Mittwoch in der Früh noch einmal die Räume. Bartl: „Der Geruch war schon wieder verflogen.“ Daher findet am Donnerstag der Unterricht regulär wieder statt.

Was aber nicht bedeutet, dass die Aufregung um den Einsatz so schnell vergessen ist. Die Polizei ermittelt gegen Unbekannt wegen gefährlicher Körperverletzung, erklärt ein Beamte der Polizei Gersthofen. Sie sucht weiterhin nach Zeugen. Denn der Einsatz von Reizgas ist weit mehr als ein Schülerstreich. „Demjenigen droht nicht nur eine Anzeige“, sagt der Polizeibeamte. „In der Regel muss er bei einer vorsätzlichen Tat auch die Einsatzkosten tragen.“

Auch vonseiten der Schulleitung ist wenig Verständnis zu erwarten. „Den Verursacher erwartet im besten Fall ein Disziplinarausschuss“, sagt Bartl. Mit einem bloßen Verweis werde der Schuldige nicht davon kommen. Allerdings, so gibt Bartl zu bedenken, müsse erst einmal geklärt werden, ob der Täter überhaupt zur Schule gehört.

Bauweise des Gebäudes begünstigt Ausbreitung des Gases

Um welches Reizgas es sich handelt, ist weiterhin unklar. Schon ein kleiner Sprühstoß reiche laut Polizei aus, um die Luft in der Schule zu verpesten. Grund ist die Festverglasung des modernen Gebäudes, wegen der eine Lüftungsanlage nötig ist. „Über diese kann sich das Gas schnell verteilen“, erklärt ein Ermittler.

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Gasalarm im Beruflichen Schulzentrum: Jetzt ermittelt die Polizei

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