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Finanzen

13.03.2019

Rekord-Etat für Bonstetten

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Die Gemeinde steht finanziell gut da. Die Kassen sind voll, die Verschuldung pro Kopf ist gering. Dennoch gibt es auch Kritik am Haushalt

Mitten in der Fastenzeit hat die Gemeinde jetzt beschlossen, beim Umfang von Haushalt und Rücklagenpolster kräftig zuzulegen. Mit mehr als neun Millionen Euro erreicht der bei der jüngsten Sitzung mit Mehrheit verabschiedete Etat einen neuen Rekordwert. Der Kapitalstock konnte mit rund sieben Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr verdoppelt werden. Die Erhöhung der Rücklage ist auf den Verkauf der Wohnbaugrundstücke im Jahr 2018 zurückzuführen. Zudem kündigte Kämmerer Günther Tauber, dem bei der Vorstellung die Freude über gute Zahlen anzusehen war, kräftige Investitionen etwa in die Infrastruktur an.

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Einziger Wermutstropfen: die abermals gestiegene Kreisumlage. Das konnte Bürgermeister Anton Gleich jedoch keineswegs davon abhalten, von einer „erfreulichen Entwicklung“ der Gemeindekasse zu sprechen. Selbst die Grünen-Fraktion, die das umfangreiche Zahlenwerk später allerdings ablehnte, sprach mit Leo Kränzle davon, dass man sich „in finanzieller Hinsicht um die Gemeinde keine Sorgen zu machen“ brauche. Er und seine Kollegin vermeldeten sogar ein „Umdenken“ in ihrem Sinne, etwa bei der Sanierung des Trinkwassernetzes, der Abwasserkanäle sowie beim Unterhalt der Ortsstraßen. „Der Baubeginn der neuen Ortsmitte wird davon abhängen, den Abwasserhauptstrang rechtzeitig zu erneuern“, erklärte das Ratsmitglied und erinnerte an die von einem Gutachter attestierte Einsturzgefahr.

Einen Absturz mussten die Haushaltskritiker allerdings bei der Abstimmung der von ihnen vorgeschlagenen Projekte und Mittel hierfür hinnehmen. So zum Beispiel beim seit Langem geforderten Straßenkataster, eine Auflistung, die bei der Planung des Wegenetzes helfen soll.

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Laut Einschätzung von Kränzle könnten dadurch rechtzeitig und kostengünstig Reparaturen eingeleitet und damit teure Erneuerungen vermieden werden. Negativ beschieden wurde auch die ins Spiel gebrachte mobile Sportanlage für jugendliche Skater, Biker und Rollerfahrer zwischen sechs und 14 Jahren. „Wir erwarten immer, dass sich die jungen Leute mehr bewegen, und dann wird so ein relativ geringer Betrag abgelehnt, obwohl wir im Geld schwimmen“, zürnte Leo Kränzle, der auch mit einer angedachten Bürgschaft der Gemeinde für Orgelkonzerte unterm Stauffersberg bei der Mehrheit wohl nicht den richtigen Ton anschlagen konnte.

Das galt ebenso für die gewünschte „Anpassung“ der Grab- und Friedhofspflegegebühren, zumal dieser Bereich seit zehn Jahren defizitär abschließen würde. „Das muss künftig kostendeckend gehandhabt werden, und eine Erhöhung wird niemanden umbringen.“

Dennoch hob Geschäftsstellenleiter Günther Tauber den „mutigen und verantwortungsbewussten“ Charakter des von ihm präsentierten Haushalts mit einem Verwaltungs- und Vermögensanteil in Höhe von knapp drei, beziehungsweise sechseinhalb Millionen Euro hervor. „Vor zehn Jahren waren wir noch bei dreieinhalb Millionen.“

In Richtung nach oben werde es auch bei der Grundsteuer B mit Blick auf die regen Bauaktivitäten nicht nur im neuen Areal Steinhalde gehen. „Diese erfolgreiche Wohnungsbaupolitik werden wir fortsetzen.“ Den Bewohnern sowie allen Unternehmen am Ort, der sich auf 1395 Personen vergrößert hat, dankte der Kämmerer für ihren Beitrag. Die Steuerkraft pro Einwohner belaufe sich auf 913 Euro, mit der sich die Kommune innerhalb des Landkreises weiter hochgearbeitet hat. Dagegen liegt die Verschuldung pro Bonstettener mit 288 Euro weit unter dem Landesdurchschnitt von 605 Euro.

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