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Spätfolgen

21.04.2015

Schnell aufräumen, der Borkenkäfer kommt

Das Orkantief Niklas verwüstete die Wälder. Umgeworfene Bäume sind ein unverhoffter Leckerbissen: Sie locken den Schädling

„Das Geld liegt auf der Straße.“ Besonders in Forstbetrieben, deren Kapital – die Baumstämme – neben dem Waldweg liegen. Doch die vom Sturm Niklas umgestürzten Bäume sind bedroht: vom Forstschädling Nummer eins, der bald die diesjährige Saison eröffnet, dem Borkenkäfer.

Trotzdem rät Florian Lohner, Geschäftsführer der Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) Augsburg-West, die Nerven zu bewahren. „Die umgeworfenen Bäume haben größtenteils noch die Wurzeln, sie sind in gewisser Weise konserviert“, erklärt er. Außerdem laufen die Aufräumarbeiten auf Hochtouren: Die Waldbesitzer beseitigen zunächst vereinzelte umgeworfene Bäume. „Solche Stellen sind im ganzen Wald verteilt und haben in der Masse eine starke Lockwirkung“, sagt Hans Jürgen Hofbaur, Geschäftsführer der FBG Nord. Anschließend räumen sie große Wurf-Flächen, da diese eine geringere Gefahr bergen. Außerdem können sie mit schwerem Gerät schnell bearbeitet werden. Hofbaur ist optimistisch: „Ich denke, dass wir in den nächsten 14 Tagen fertig sein sollten.“ Ohne das anfällige Totholz ist eine Borkenkäfer-Plage damit im Keim erstickt.

Der Borkenkäfer, vor allem der Buchdrucker, legt seine Eier in das Holz von toten oder geschwächten Bäumen. Aggressive Arten befallen auch lebende Bäume, daher muss der Brutraum für die Insekten gering gehalten werden. „Alle Waldbesitzer müssen mitmachen, dann kommt es gar nicht erst zur Plage“, betont Hofbaur. „Im Moment finden wir noch keine erhöhte Anzahl von Käfern in unseren Fallen“, erklärt Hubert Droste, Forstbetriebsleiter bei den Bayerischen Staatsforsten. In den nächsten Wochen wird sich der Borkenkäfer aber auf die Suche nach Brutplätzen begeben: „Ab Tagestemperaturen von 16 Grad Celsius geht es los.“ Trotzdem besteht kein Grund zur Panik: Sollte der Borkenkäfer sich in dem ein oder anderen Stamm einnisten, wäre die erste Generation von Nachkommen in rund zehn Wochen zu erwarten. „Das gibt uns Zeit bis Ende Juni oder Anfang Juli“, beruhigt Droste. Es ist also weniger der Zeitdruck, den die Waldbesitzer fürchten müssen. „Wichtig ist das saubere Wirtschaften. Es reicht nicht, den Stamm zu entfernen, jedes Totholz bietet dem Borkenkäfer Zuflucht“, bekräftigt Droste. Wer sauber arbeitet, braucht sich also nicht zu fürchten.

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