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Allmannshofen/Holzen

26.03.2019

Seit 110 Jahren Helfen, Zeit und Zuwendung schenken

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Dankgottesdienst in der Klosterkirche Holzen zum Jubiläum. Von links: die Zelebranten Kaplan Sanoj Mundaplakkel, Pfarrer Linson Thattil, Weihbischof Florian Wörner, Monsignore Karl Kraus. 

Der Ambulante Krankenpflegeverein Holzen feiert im Kloster sein 110. Jubiläum. Und es gibt weiterhin zukunftsträchtige Projekte.

 „Drei Schlagworte zeichnen den Verein aus: Helfen, Zeit und Zuwendung schenken“. Mit diesen Worten beschrieb Weihbischof Florian Wörner den Ambulanten Krankenpflegeverein Holzen und Umgebung beim Dankgottesdienst zum 110. Jubiläum in der Klosterkirche.

Was im September 1909 mit der Arbeit der ehrwürdigen Schwestern von der Krankenfürsorge des Dritten Ordens begann, ist bis heute eine Konstante – eine tragende Säule für alte und kranke Menschen, damit sie selbst bestimmend in den eigenen vier Wänden bleiben können. Rund 200 Besucher waren zu der Jubiläumsfeier gekommen.

Ein Zeugnis für gelebte Nächstenliebe

Der Weihbischof spannte in seiner Predigt einen Bogen zum Ambulanten Krankenpflegeverein, „der seit 110 Jahren Zeugnis für gelebte Nächstenliebe ablegt“. Viele Menschen hätten in der Vergangenheit diesen wertvollen Dienst erfahren dürfen, so Florian Wörner, und er dankte allen Engagierten, „die mit jeder Hilfestellung an Kranken die Präsenz zu Gott zum Ausdruck bringen“. Beim Festakt bekundete Bezirkstagspräsident und Landrat Martin Sailer seine Anerkennung mit Worten von Adolph Kolping: „Die Gesellschaft lebt von Menschen, die mehr tun als ihre Pflicht.“ Er hoffe auf Nachahmungsaktivitäten – im Sinne einer Gesellschaft, die immer älter wird. „Respekt fürs Durchhalten“ zollten die Landtagsabgeordneten dem Verein in ihren Ansprachen. „Wenn eine Idee 110 Jahre lebt, muss sie gut sein“, so Georg Winter.

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Vereine zur Versorgung der Kranken

Anfang des 20. Jahrhunderts sei „Krankenversicherung“ für die meisten Menschen hierzulande ein Fremdwort gewesen, blickte Vorsitzender Wech auf die Anfänge zurück, Handlungsbedarf sahen meist die Ortspfarrer und gründeten Vereine zur Versorgung der Kranken. Dieses Zeichen der Zeit erkannte auch Pfarrer Karl Mayer aus Allmannshofen und gründete zusammen mit den Initiatoren Dr. med. Josef Fuchsberger sowie Mitglieder der Grafschaft von Schloss Holzen den örtlichen Krankenpflegeverein als einen der ersten dieser Art in Bayern. „Eine wertvolle Hilfe von Menschen vor Ort für Menschen vor Ort“ beschrieb Allmannshofens Bürgermeister Manfred Brummer den Verein und er richtete im selben Atemzug einen Appell an die Abgeordneten: „Passen Sie auf, dass die Pflege vor lauter Bürokratismus und Dokumentation nicht unter die Räder kommt.“

Es gab auch Zahlen und eine Abstimmung: Durch die aktuelle Flyer-Aktion sind 63 neue Mitglieder hervorgegangen, der Stand erhöhte sich somit auf über 700. Mit Ja sprachen sich die Mitglieder für den Aufbau eines Fahrdienstes samt Autokauf aus – das neue zukunftsträchtige Projekt will damit die Mobilität alter und kranker Menschen vor Ort unterstützen.

Der Gottesdienst wurde vom Kirchenchor Ellgau und der Sopranistin Adelinde Rößner, zugleich Schriftführerin des Vereins, musikalisch gestaltet. Bei der weltlichen Feier sorgte der Gesang der Ehinger Harmonists für eine besondere Note.

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