1. Startseite
  2. Lokales (Augsburg Land)
  3. Tipps: So kommt die ganze Familie gut durch die Schulzeit

Erziehung

04.10.2019

Tipps: So kommt die ganze Familie gut durch die Schulzeit

Mit dem ersten Schultag kommen auf Kinder und Eltern viele Veränderungen zu (Symbolbild).
Bild: Marcus Merk

Plus Eine Expertin erklärt, wie der erste Schultag den Alltag verändert und wie Eltern damit umgehen sollten

Wenn der Wecker klingelt, zählt es. Anziehen. Waschen. Frühstücken. Brotzeit herrichten. Schulranzen auf Vollständigkeit prüfen. Und schon geht’s los zur Schule. Was so oder in ähnlicher Form in all jenen Familien passiert, die heuer am 10. September den ersten Schultag mit ihren Kindern feiern durften, braucht keinen pädagogischen Fachbegriff, stattdessen sind die Begriffe „Umbruch“ und „Neuanfang“ genau das, was die Situation wohl am besten beschreibt, erklärt Doris Zahn, Sozialpädagogin der St. Gregor Kinder-, Jugend- und Familienhilfe.

Sie erklärt Eltern ganz praktisch, wie eben dieser Neuanfang gut gelingen kann. Der Zeitfaktor sei bei jedem Neuanfang entscheidend, so Doris Zahn. So sollten sich alle Beteiligten die Zeit nehmen, zu verstehen, was der Übergang bedeutet. In den meisten Fällen ändert sich der Tagesablauf, auch der Disziplin wird eine ganz neue Bedeutung zugemessen. „Fünf Minuten nach 8 Uhr in den Kindergarten zu kommen, ist kein Problem. Fünf Minuten zu spät zur Schule zu kommen, hingegen schon“, erklärt Doris Zahn.

Womit die Eltern rechnen müssen

Doch auch für die Eltern ist es eine Zeit des Umbruchs, in denen sie nicht mehr morgens und mittags die wichtigsten Informationen darüber abfragen können, wie es dem Nachwuchs heute ergangen ist. „Für Eltern von Kindern, die zuhause nur wenig erzählen, kann das durchaus eine Herausforderung sein, denn einen Austausch wie mit den Erziehern im Kindergarten gibt es nun nicht mehr“, erklärt Doris Zahn. Stattdessen gilt es nun, das Team aus Lehrerin, Kind und Eltern neu zu erschaffen. Zudem werden Eltern mittags mit Kindern konfrontiert, die alle Gemütslagen an den Tag legen können - von euphorisch bis überwältigt, von ruhe- bis bewegungsbedürftig.

ecsImgBannerWhatsApp250x370@2x-5735210184021358959.jpg

Früh mit Hausaufgaben fertig werden

Der Tipp der Sozialpädagogin: „Eltern sollten eine Struktur vorgeben und das Kind auf dem Weg begleiten.“ Das beginnt - am Beispiel Hausaufgaben - bei einem ordentlichen Arbeitsplatz, der frei von Ablenkungen ist, und endet bei der klaren Aufgabe des Kindes, sich um Schulranzen, Mäppchen sowie die Anfertigung der Hausaufgaben selbst zu kümmern. Ein Patentrezept, wann der beste Zeitpunkt für die Hausaufgaben ist, gibt es übrigens nicht. Allerdings sei es sinnvoll, mit den Hausaufgaben früh fertig zu werden, denn „die beste Belohnung für fertige Hausaufgaben ist freie Zeit, die mit Spielen und in Bewegung verbracht wird“, erklärt Doris Zahn.

Nicht nur am Schreibtisch lernen

Das klassische Lernen übrigens muss nicht am Schreibtisch passieren. „Viele Übungen können einfach in den Alltag integriert werden“, weiß die Sozialpädagogin. Intensives Vorlesen hilft, den Wortschatz der Kinder zu erweitern. Auch das Buchstabenlesen auf Autokennzeichen kann eine kleine Übung zwischendurch darstellen. Mathematik wird hingegen bei Spieleklassikern wie Mensch-ärgere-dich-nicht, Monopoly und Kniffel gut trainiert.

Tut sich ein Kind schwer mit feinmotorischen Anforderungen, können Heimwerken und Backen praxisnahe Anwendungsfelder sein, um diese Fähigkeiten zu trainieren. Dieses spielerische Lernen hat einen weiteren angenehmen Nebeneffekt, sagt Zahn: „Gemeinsame Aktivitäten stärken die Nähe zwischen Eltern und Kindern.“

Bei diesen Veranstaltungen erfahren Sie mehr

Das Thema „Vom Kindergarten- zum Schulkind“ steht am Montag, 7. Oktober, im Fokus des Vortrags von Doris Zahn. Die Veranstaltung findet von 19.30 bis 21 Uhr im Familienzentrum Meitingen (Donauwörtherstraße 9c) statt. Zum Thema „Spielerisches Lernen als Unterrichtsvertiefung und -vorbereitung“ gibt es eine extra Veranstaltung. Diese findet am Mittwoch, 16. Oktober, von 9 bis 10.30 Uhr im Familienzentrum Meitingen statt. Eine telefonische Anmeldung unter 08271-81 33 40 ist nötig.

Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Das könnte Sie auch interessieren