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Neusäß

07.03.2017

Wie Florian Ilgen Gedankenleser wurde

„Freier Wille“ ist das Motto beim Auftritt des Mentalkünstlers Dr. Florian Ilgen in der Stadthalle Neusäß.
Bild: DFI (Florian Ilgen)

Florian Ilgen nennt sich Mentalkünstler, Wissenschaftler und Entertainer. Was die Zuschauer bei seinem Auftritt in Neusäß erwartet.

Ursprünglich hat Dr. Florian Ilgen Chemie studiert. Mittlerweile tritt er auf Bühnen und vor Unternehmen auf und bezeichnet sich als Entertainer, Mentalkünstler und Gedankenleser.

Am kommenden Freitag, 10. März, (Beginn 20 Uhr) kommt er mit seiner Show „Freier Wille“ in die Neusässer Stadthalle. Wir haben im Vorfeld bei ihm nachgefragt, was die Zuschauer während der Show erwarten wird und was es mit seinem ungewöhnlichen Werdegang auf sich hat.

Herr Dr. Ilgen, zum Einstieg eine kurze Frage an Sie als Gedankenleser: Wissen Sie denn schon, was wir sie fragen wollen?

Dr. Florian Ilgen: Lustigerweise hatte ich diese Frage erst kürzlich bei einem Interview. Sie wollen mich sicherlich so fragen: Was erwartet uns am 10. März?

Nicht schlecht, vorher würde uns aber etwas anderes interessieren: Sie nennen sich Vortragsredner, Wissenschaftler, Entertainer und Gedankenleser. Wie passt all das zusammen, und was können wir uns darunter vorstellen?

Ilgen: Die Wissenschaft ist meine Vergangenheit und der Entertainer kam ins Spiel, als ich für mich erkannt habe, dass ich Menschen mit Außergewöhnlichem begeistern will. Deshalb gibt es die Shows, in denen ich als Gedankenleser und „Mentalist“ auftrete. Im Anschluss an diese Shows haben mich die Geschäftsführer von Dax-Unternehmen immer wieder gefragt, ob ich das, was ich mache, ihren Mitarbeitern in einem Vortrag näher bringen könnte. Die Nachfrage und das Interesse waren also da und deshalb habe ich begonnen, motivierende Vorträge zu halten. Mittlerweile buchen mich Firmen für Vorträge vor der Führungsebene, der Belegschaft und auch den Kunden. Die beliebtesten Themen sind Wandel und Vertrauen.

Wie sind Sie zu dieser außergewöhnlichen Tätigkeit gekommen? Woher kommen das Wissen und die Faszination?

Ilgen: Das Ganze entstand auf einer Rucksack-Reise durch Australien. Auf dieser Reise habe ich eine sehr inspirierende Person kennengelernt, die derartige Sachen aufführte. Sein Name ist Ian Yelle. Er hat mir nie gesagt, wie diese Effekte funktionieren. Ich wurde neugierig und der Funke sprang über. Als ich wieder nach Hause kam, wollte ich es unbedingt herausfinden. So löste diese Begegnung meine Faszination aus.

In der Ankündigung zu ihrer Show heißt es: Menschen lieben es zu verführen und verführt zu werden. Was bedeutet das?

Ilgen: Auf jeden Fall nichts Sexuelles! Wir lieben es einfach, uns auf andere einzulassen. Wir begeben uns gerne in die Hände anderer Menschen, wenn diese charmante, empathische und aufmerksame Gesprächspartner sind.

Und was erwartet die Zuschauer in Neusäß konkret?

Ilgen: Der ganze Abend ist ein Experiment. In Anlehnung an den US-amerikanischen Wissenschaftler Benjamin Libet wollen wir testen, ob der Wille wirklich frei ist. Die Zuschauer dürfen sich während der gesamten Show immer wieder in spannenden Experimenten frei entscheiden, frei bestimmen. Am Ende werden sie feststellen, dass ich durch meine Worte, meinen Charme und durch die bewusste Einschränkung der Wahlmöglichkeiten, vorhersagen kann, wofür sich die Leute entscheiden. Die Zuschauer erkennen, dass ihr Wille und ihre Entscheidungen doch nicht so frei sind. Sie sehen plötzlich frappierende Parallelen zu ihrem alltäglichen Leben.

Was wünschen Sie sich von ihren Zuschauern? Sollten sie eher offen sein, oder sind Skeptiker genauso willkommen?

Ilgen: Jeder ist willkommen, auch Skeptiker, denn die sind meistens die nachhaltigeren Fans, wenn man sie einmal überzeugt hat.

Hatten Sie mal Probleme mit Kritikern, oder unzufriedenen Zuschauern?

Ilgen: Es gibt immer richtig harte Skeptiker. Die kann ich dann meistens auch nicht von meiner Kunst überzeugen. Das ist aber nicht schlimm. Ich will ja keine Skeptiker konvertieren. Ich mache Menschen ein Angebot und wenn sie es annehmen, ist das toll. Wenn nicht, ist das auch in Ordnung, solange sie trotzdem Spaß während meiner Show hatten.

Könnten Sie sich eigentlich vorstellen etwas anderes zu machen? Etwa als Chemiker zu arbeiten?

Ilgen: Ich liebe es, Menschen mit meinen Shows zu begeistern und zu faszinieren. Es ist toll, ihnen in meinen Vorträgen etwas an die Hand zu geben, das sie für sich nutzen können. Dafür brenne ich zu 100 Prozent und im Moment kann ich mir nichts Erfüllenderes vorstellen.

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