Abenteuer Mama

11.07.2019

Zeit der Umbrüche

Das Kind unserer Autorin kommt nun in die Kinderkrippe. Damit endet die Kolumne Abenteuer Mama.
Bild: Alexander Kaya (Symbol)

Gemischte Gefühle: Mein Sohn kommt in die Kinderkrippe. Nach einem Jahr endet heute die Kolumne.

Montags sitzt meine Mutter im Spielehäuschen. Auf einer Fläche von ungefähr einem Quadratmeter hat sie es sich auf einem Kindergartenstuhl bequem gemacht, eingepfercht zwischen Tischchen, Kindergrill und Co. Um sie herum ihr Enkel, mein Sohn. Montags bin ich immer in der Arbeit.

Ich weiß, dass sie das gern macht, und auch, dass das nicht selbstverständlich ist. Mein Kleiner hat dabei seinen Spaß, wuselt um sie herum, öffnet das Fenster, sagt „Hallo“, grinst lieb, Tür auf, Tür zu … Und munter so weiter. Jeder, der mal mit einem anderthalb Jahre altem Kind gespielt hat, weiß, wie das so abläuft. Ich freue mich, dass ich dank meiner Mama ein bisschen arbeiten kann.

Ja, was täte ich nur ohne sie? Nicht nur, dass sie mir montags hilft, auch sonst ist sie immer da – mit Tipps, Hilfe und auch mal einer Schulter zum Ausheulen. Als Neu-Mama ist man ohne (familiäre) Hilfe ganz schön aufgeschmissen. Auch wenn die Oma-Krippe super klappt, es beginnt bald ein neues Kapitel namens Kinderkrippe. Nach langem zähem Ringen um einen der wenigen Plätze inklusive Bitten, Drohungen und auf mein Krippenplatzrecht bestehend ist mein Sohn demnächst in einer privaten Einrichtung. Bald geht’s los ...

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Unsere gemeinsame Zeit zu zweit ist ein Stück weit vorbei

Einerseits bin ich wehmütig. Unsere gemeinsame exklusive Zeit zu zweit ist ein Stück weit vorbei, ich übergebe seine Erziehung teilweise in andere Hände, und es beginnt die pädagogische Arbeit in Einrichtungen, die mir selbst in meiner Kindheit und Jugend manchmal wie Tretmühlen vorkamen und die ihn noch viele, viele Jahre begleiten werden. Andererseits sehne ich den Start herbei.

So sehr ich meinen Sohn liebe, ein Stück weit bin ich froh über diese neue Hilfe bei der Betreuung. Und ich hoffe, dass ich ihn nachmittags froh und energiegeladen abholen darf. Denn für mich geht die Zeit des Arbeitens weiter, ein bisschen mehr als bisher.

Ja, es ist eine Zeit des Umbruchs. Auch meine Kolumne endet nach ziemlich genau einem Jahr hier und jetzt. Schön war’s. Ein bisschen wehmütig bin ich auch hier. Was meine Mama jetzt montags macht? Ihr fällt bestimmt etwas ein. Und nachmittags komme ich bestimmt regelmäßig vorbei.

Inklusive meinem Sohn. Vielleicht quetschen wir uns zu dritt ins Spielehäuschen.

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