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Abenteuer Mama

29.01.2019

Zwischen „Guckguck!“ und gepflegter Konversation

Mit knapp einem Jahr ist die Welt ja so unglaublich spannend.
Bild: detailblick, Fotolia.com (Symbolfoto)

Ab und zu sollte man sich als Mutter mal von außen betrachten. Was man sieht, ist manchmal schockierend

Man sollte ja nichts auf die Meinung anderer geben. Kann einem ja echt völlig egal sein. Dennoch will ich souverän auf andere wirken. Selbstbewusst auch. Und natürlich seriös. Sympathisch sowieso. Und vermutlich mache ich gerade genau alles, um das Gegenteil zu erzielen.

Neulich waren mein Mann und ich bei einer Freundin eingeladen. Sie feierte ihren Geburtstag und wir rückten zu dritt an. Dort traf ich zum ersten Mal auf ihren Vater und ihren Bruder. Der Nachmittag war wirklich schön: Kuchen lecker, angenehme Gespräche, die beiden waren echt nett. Und ich glaube, sie halten mich für plemplem. Mit Kind ist jegliche Souveränität dahin! Allein wie ich rede, lässt die Vermutung zu, dass mein Intelligenzquotient weit unterhalb des Durchschnitts ist. Zum Beispiel beim Füttern: „Fein schmeckt der Brei! Jaaaa. So fein!“ Dazu noch die Mimik: Augen und Mund weit aufgerissen. Nein, ich meine nicht die Mimik meines Sohnes, sondern meine!

Mit knapp einem Jahr ist die Welt unglaublich spannend

Danach will der junge Herr bespaßt werden. Mit knapp einem Jahr ist die Welt ja so unglaublich spannend. Vorbei sind die Zeiten, in denen er sich friedlich an mich kuschelte und in einen tiefen Schlaf fiel. Nun habe ich zwei Möglichkeiten. Die erste: Ich lasse den Dingen ihren Lauf und versuche mich einem gepflegten und einigermaßen anspruchsvollen Gespräch am Tisch zu widmen. Das kann in einer kindersicheren Wohnung gut gehen. Muss es aber nicht. Denn ruckzuck überprüft mein Kind, der angehende Elektriker, sämtliche Steckdosen und Kabel. Oder reißt alle Schubladen und Schränke auf, um deren Inhalt feinsäuberlich auszuräumen. Ebenso ein heiß begehrtes Objekt ist der Abfalleimer beziehungsweise dessen Inhalt, der aus Sicht meines Kindes dringend mal wieder getrennt werden muss.

Die zweite Möglichkeit: Ich brenne ein Feuerwerk an Ideen ab, um meinen Sohn zu unterhalten. Zum Einsatz kommen dabei Bälle, sprechende Würfel, Bauklötze oder Alltagsdinge, die zweckentfremdet werden. Ganz beliebt ist derzeit das „Guckguck? Da!“-Spiel. Dafür verstecke ich mein Gesicht hinter einem Tuch, sage „Guckguck?“ und reiße es von meinem Kopf um lautstark „DAAA!“ zu rufen. Mein Sohn geht dabei ab wie Schmidts Katze. Auch nach der gefühlt hundertsten Wiederholung freut er sich wie irre. Und ich wirke vermutlich genauso auf meine Umgebung…

Sich selbst von außen betrachten

Ja, man hat’s nicht immer leicht als junge Mutter. Und die anderen haben es mit jungen Müttern nicht immer leicht. Auch das sollte man nicht vergessen: Ab und zu muss man sich als Mami die Mühe machen und sich selbst von außen betrachten. Das kann unangenehm werden, wenn man feststellt, dass man sich mal wieder komplett zum Affen gemacht hat, muss aber mal sein. Denn das Kind wird älter und spätestens dann sollte man selbst auch wieder erwachsen werden.

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