Startseite
Icon Pfeil nach unten
Augsburg Land
Icon Pfeil nach unten
Altenmünster
Icon Pfeil nach unten

Wassergebühren in Altenmünster 2024

Altenmünster

Altenmünster muss Millionen in die Wasserversorgung investieren

  • |
  • |
  • |
    Um die Qualität des Trinkwassers in Altenmünster zu erhalten, muss die Gemeinde kräftig investieren.
    Um die Qualität des Trinkwassers in Altenmünster zu erhalten, muss die Gemeinde kräftig investieren. Foto: Alexander Kaya (Symbolbild)

    Wer in der Gemeinde Altenmünster wohnt, kann das Wasser aus dem Hahn jederzeit mit Genuss trinken. „Unsere monatlichen Wasseranalysen sind stets absolut beanstandungsfrei“, erklärt Bürgermeister Florian Mair. „Wir haben ein qualitativ wirklich hochwertiges Trinkwasser.“ 

    Damit das auch so bleibt, hat die Gemeinde im vergangenen Jahr das auf die Wasserversorgung spezialisierte Ingenieurbüro Kienlein aus Buch am Erlbach beauftragt, vier Trinkwasserspeicher gründlich zu untersuchen: die beiden Saugbehälter in Baiershofen und Neumünster sowie die Hochbehälter in Altenmünster und Zusamzell. Der Trinkwasserspeicher in Unterschöneberg, der Ende der 1960er-Jahre errichtet wurde, muss ohnehin in absehbarer Zeit komplett erneuert werden, wie Mair ankündigte. Die Ergebnisse der Bauzustandsanalyse stellten Geschäftsführer Harald Kienlein und Bauingenieur Florian Schmidt dem Gemeinderat und den Wasserwarten Herbert Rappler und Martin Brandl vor.

    Fakten rund ums Wasser

    Durchschnittlich werden in Deutschland 128 Liter Wasser pro Einwohner am Tag benötigt. 

    Neun Milliarden Kubikmeter Abwasser fließen jährlich durch die Kanäle 

    Durchschnitt in Bayern 2022 – Erstes Jahr mit Ukraine-Krieg und starkem Inflationsanstieg

    Kubikmeter Trinkwasser 1,78, Grundgebühren Durchschnitt 64 Euro, Kubikmeter Abwasser 2,09

    Durch die hohe Anlagenintensität für die Wassergewinnung und -verteilung gibt es einen Fixkostenanteil von 75 Prozent, so der Verband Kommunaler Unternehmen. Lediglich rund 25 Prozent der Versorgungskosten hingen vom tatsächlichen Trinkwassergebrauch der Verbraucher ab. Hierunter zählen unter anderem die Energiebezugskosten und das Material zur Wasseraufbereitung. Ein rückläufiger Verbrauch wirke sich kaum auf die Gesamtkosten aus.

    Abwasser setzt sich zusammen aus: 

    1. Die Niederschlagsgebühr bemisst sich nach der versiegelten und angeschlossenen Fläche des Grundstücks. Auch auf diese Gebühr wird keine Mehrwertsteuer angerechnet.
    2. Die Schmutzwassermenge bemisst sich wie bisher nach der Menge des Frischwasserbezugs. Auf diese Gebühren wird keine Mehrwertsteuer angerechnet.

    Die Grundgebühr wird für den Wasserzähler erhoben und ist je nach Größe beziehungsweise Durchlaufmenge teurer.

    Fast überall bemängelten die beiden Experten die Einzäunung, zu schwache Türen, schlechte Zufahrtsmöglichkeiten und fehlenden Blitzschutz. Sie rieten dazu, Fenster in den technischen Gebäuden grundsätzlich zuzumauern, unter anderem, um UV-Licht fernzuhalten, das Algenwachstum und Verkeimung fördern könnte. Die Wasserkammern selbst seien oft nur über enge Durchbrüche und steile Leitern zu erreichen, was den geltenden Sicherheitsbestimmungen zuwiderlaufe. In mehreren Speichern seien noch alte, korrosionsanfällige Graugussrohre statt moderner Edelstahlrohre installiert; zudem seien manche der betagten Armaturen undicht, und bisweilen fehlten auch Hähne zur Probenentnahme. Ferner hatte das Ingenieurbüro Schäden an Beton, Verputz, Abdichtungen und Beschichtungen festgestellt.

    Kosten von insgesamt rund zwei Millionen Euro

    Aktuell bestehe keine Gefahr für die Wasserversorgung, weil alle vier Speicher über jeweils mindestens zwei Wasserkammern verfügten, sagte Bauingenieur Florian Schmidt. Sollte daher in einer Kammer eine Verkeimung festgestellt werden, könne diese vorübergehend außer Betrieb genommen und die Versorgung übergangsweise über die andere oder – im Falle des Hochbehälters Altenmünster – die beiden anderen Kammern gesichert werden. Allerdings empfahlen die Spezialisten, alle vier Speicher zeitnah zu sanieren. Höchste Priorität habe dabei der im Jahr 1974 erbaute Saugbehälter Baiershofen, am besten in Schuss sei der Saugbehälter Neumünster, der 1992 errichtet wurde.

    Pro Speicher rechnen die Fachleute mit einer Planungszeit von acht Monaten, einer Bauzeit von zehn bis zwölf Monaten und Kosten zwischen 450 000 und 750 000 Euro je nach Sanierungsbedarf. Insgesamt kämen auf die Gemeinde Altenmünster also Kosten von gut zwei Millionen Euro zu.

    Wassergebühren in Altenmünster müssen wohl erhöht werden

    Über die Möglichkeiten der Finanzierung informierte anschließend die Juristin Ingrid Hannemann von der KUBUS Kommunalberatung und Service GmbH den Gemeinderat. Sie wies darauf hin, dass die Wasserversorgung laut Gesetz kostendeckend sein müsse. Das bedeute, dass alle Investitionen in Neubau oder Sanierung durch Beiträge und Gebühren refinanziert werden müssten. 

    Die Gemeinde habe die Möglichkeit, von den Grundstückseigentümern Verbesserungsbeiträge für die Sanierung zu erheben. Außerdem müssten voraussichtlich die Gebühren für den Wasserverbrauch erhöht werden. Aktuell sind in Altenmünster zwölf Euro Grundpreis pro Jahr und 1,35 Euro pro Kubikmeter Wasser fällig.

    Der Gemeinderat wird demnächst über die Vergabe der detaillierten Sanierungsplanung und über eine neue Gebührensatzung entscheiden.

    Diskutieren Sie mit
    XXX 0 Kommentare
    hier kommen komentare rein
    Dieser Artikel kann nicht mehr kommentiert werden