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Wirtschaft

05.01.2014

400 Lastwagen rollen in seinem Namen über die Straßen

Roman Mayer ist ein selbstbewusster und eigenwilliger Unternehmer, der aber auch immer ein offenes Ohr für die Mitarbeiter hat.
Bild: Ulrich Wagner

Aus bescheidenen Anfängen hat Roman Mayer eine weltweit tätige Logistikgruppe aufgebaut. Am Sonntag wird der Unternehmer 65 Jahre alt. Er hat noch Großes vor.

„Meine Leidenschaft ist es, Menschen zu beschäftigen“, sagt Mayer über sich selbst. Eine Leidenschaft, die seine Unternehmensgruppe stetig wachsen ließ und in den Jahren 2008 und 2009 auch über die schwere Krise der Automobilindustrie hinweggebracht hat. Wichtige Aufträge gingen damals verloren, doch heute rollen wieder 400 Lkw unter dem Logo der Roman Mayer Group über die Straßen.

Die operative Verantwortung im Unternehmen hat Mayer zum großen Teil bereits an seinen Generalbevollmächtigten und die Führungskräfte abgegeben. Trotzdem ist er täglich im Betrieb, taucht oft auch unangemeldet an einem der deutschlandweit 27 Standorte auf, lässt sich informieren und bei strittigen Entscheidungen schon einmal von den Mitarbeitern überstimmen. Auf ein Vorzimmer verzichtet er ganz bewusst – wer den Chef sprechen will, der findet sein Ohr.

Wie in der Firma ist Mayer auch im Privaten ein Familienmensch. Mit seiner Frau Ruth ist er inzwischen 40 Jahren verheiratet, und er sieht mit Stolz auf seine drei Töchter und die vier Enkelkinder. Mayer hat Spaß an Fußball und Golf, engagiert sich in der IHK-Vollversammlung, sitzt dort im Prüfungsausschuss und ist Mitglied im erweiterten Landesvorstand bayerischer Transportunternehmer.

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Der gebürtige Augsburger, der seit 1974 in Friedberg lebt, ist ein Mann der Tat und der klaren Aussprache. Dass sich im Laufe eines halben Jahrhunderts die Gepflogenheiten in der Branche geändert haben, wurmt ihn. „Ein Wort zählt heutzutage noch im Hause Roman Mayer, aber sonst nicht. Da zählen nur die Zahlen, und das Billigste wird genommen“, sagt er nicht ohne Groll. Zum Beispiel, wenn Bieterverfahren für Millionenaufträge am Freitag zwischen 9 und 12 Uhr im Internet ablaufen. Oder wenn Aufträge dem Spediteur zwar hohe Investitionen in Fahrzeuge abverlangen, aber jedes Jahr neu vergeben werden – ohne Rücksicht auf alte Geschäftsbeziehungen. Da kann es dann schon passieren, dass er dem Partner im Gegenzug kurzerhand alle Verträge kündigt und den Fuhrpark entsprechend verkleinert, weil er den Handel auch nicht um jeden Preis machen will. Mangelndes Selbstbewusstsein quält den eigenwilligen Unternehmer jedenfalls nicht. „Roman Mayer ist eine Marke“, sagt der Jubilar durchaus doppeldeutig – eine Marke als Unternehmen und als Person.

In den nächsten fünf Jahren will er die Verantwortung als Gesellschafter der Unternehmensgruppe in steigendem Maß an seine Tochter Valesca abgeben, die schon heute ihr Büro nur wenige Schritte vom Vater entfernt hat. Unter ihrer Führung soll die Roman Mayer Group auch künftig weiter wachsen. „Das Ende ist das nicht“, sagt der Chef zu den jüngsten Zukäufen, unter anderem am Standort Nürnberg. Und fügt mit einem Blitzen in den Augen hinzu: „Der Expansionswille ist ungebrochen.“

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