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"Weltuntergang"

12.01.2013

Auch die „Ballermann-Party“ ist geschützt

Feiern, bis die Welt untergeht: Das wollte auch die „Skeptiker“-Gruppe am 21. Dezember und organisierte eine Weltuntergangsparty im Annapam in der Bäckergasse.
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Feiern, bis die Welt untergeht: Das wollte auch die „Skeptiker“-Gruppe am 21. Dezember und organisierte eine Weltuntergangsparty im Annapam in der Bäckergasse.
Bild: dpa

Immer wieder werden Gastronomen wegen geschützten Patentnamen abgemahnt. Nun wehrt sich der Veranstalter einer „Weltuntergangs-Party“

Feiern, bis die Welt untergeht: Das wollte auch die „Skeptiker“-Gruppe am 21. Dezember und organisierte eine Weltuntergangsparty im Annapam in der Bäckergasse. Mit unangenehmen Folgen: Wie viele andere Gastronomen bekamen die Geschäftsführer Post vom Anwalt. Ein oberfränkischer Gastronom hatte sich das Wort „Weltuntergang“ patentieren lassen und verschickte Abmahnungen in ganz Deutschland. Das Annapam sollte bis zum 14. Januar 2000 Euro Schadenersatz zahlen. Zudem forderte der Wirt aus Hof 1023,16 Euro für eine kostenpflichtige Unterlassungserklärung.

„Das werden wir auf keinen Fall zahlen“, sagt Bernd Harder, der die „Skeptiker“-Gruppe leitet und die Party veranstaltete. In seinen Augen geht es vielmehr um Abzocke, statt um den Schutz einer Marke. „Je länger man sich damit beschäftigt, wird der Fall immer grotesker und absurder.“ Harder weiß, dass viele andere Gastronomen, aber auch Vereine abgemahnt wurden. „Es ist eine Unverschämtheit, wie dreist der Wirt vorgeht“, sagt Harder. Er hat inzwischen einen Anwalt eingeschaltet.

Abmahnungen von geschützten Marken sind keine Seltenheit. Das weiß auch Daniel Wünsch. Vor genau einem Jahr hatte der Geschäftsführer des „Fegefeuer“ nämlich ähnlichen Ärger. Er veranstaltete in der Bar und Diskothek in der Ludwigstraße eine „Après-Ski meets Ballermann“-Party. Daraufhin bekam er unangenehme Post: Denn der Begriff „Ballermann“ ist ebenso wie der „Weltuntergang“ beim Patentamt geschützt. Ein Gerichtsverfahren läuft noch, im März könnte eine Entscheidung fallen. In diesem Fall geht es um einen Streitwert von 32000 Euro. „Vor allem auf das Patentamt bin ich sauer, weil es alles und jeden schützen lässt. Das ist eine große Frechheit“, sagt Wünsch. Dabei sei „Ballermann“ doch ebenso wie „Weltuntergang“ ein ganz normaler Begriff. Das dachte auch Bernd Harder – bis er eines Besseren belehrt wurde.

Er ist optimistisch, dass sich der kuriose Streitfall für ihn noch zum Guten wenden wird. Doch sollte der Wirt aus dem oberfränkischen Hof nicht lockerlassen und auf seiner Forderung beharren, könnte die „Weltuntergangs-Party“ vor Gericht landen.

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