Zoo Augsburg

04.05.2011

Der untreue Storch

Zwei brüten, einer passt auf: Ein Storch mit zwei Weibchen ist äußerst ungewöhnlich. Tierexperten staunen nicht schlecht über das seltsame Trio.
Bild: Foto: Alexander Kaya

Meister Adebar gilt als streng monogam. Doch ein Männchen im Zoo hat heuer Frau und Nebenfrau. Experten staunen.

Normalerweise leben Störche streng monogam. Ein alter Weißstorch im Zoo hat das jahrelange Eheleben aber offenbar satt. Seit heuer geht er fremd. Neben seiner Störchin hat er sich noch ein zweites Weibchen angelacht. Zu dritt teilen sich die Vögel ein Nest. Über das seltsame Trio staunen selbst Tierexperten, die schon viel gesehen haben. „Das ist absolut ungewöhnlich“, sagt Zoochefin Barbara Jantschke.

Wie die Liaison zustande kam, lässt sich nicht mehr genau nachvollziehen. Die insgesamt neun Weißstörche im Gehege haben im Frühling wie üblich gebalzt. „Aber dann hatte der Storch, der immer nur eine Frau hatte, plötzlich zwei“, sagt Zookurator Wilhelm Möller. Was fast noch ungewöhnlicher ist: Die beiden Weibchen teilen sich Mann und Nest seitdem einträchtig und ohne Gezeter. Normalerweise würde ein Tier das andere vertreiben.

Aufgeflogen ist der untreue Storchenmann erst, als Tierpfleger die Eier in den Nestern zählten. In einem lagen neun Stück, also viel mehr als eine Störchin alleine legen kann.

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Noch auffälliger wurde es, als zwei Störchinnen gemeinsam in einem Nest zu brüten anfingen. Über 30 Tage dauert es in der Regel, bis die Jungen schlüpfen. Das wäre Mitte Mai der Fall.

Ihrem ungewöhnlichen Liebesleben zu dritt dürfen die Weißstörche im Zoo weiter frönen. Auch Nachwuchs ist sehr willkommen. Die Risiken einer neunköpfigen Storchen-Großfamilie waren aber doch zu hoch.

Deshalb wurden die Eier gleichmäßig auf zwei Storchennester und einen Brutkasten verteilt. So will man möglichst viele kleine Störche groß bringen.

Von einem Storchenmann mit zwei Frauen haben weder Jantschke noch Möller je gehört. Ungewöhnliche Beziehungen in der Tierwelt findet man aber immer wieder.

Im Bremerhavener Zoo gab es vor ein paar Jahren zwei männliche Humboldtpinguine, die als Paar ein Ei adoptierten, es ausbrüteten und das Küken großzogen. (eva)

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