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24.10.2009

Die Oper wird hautnah beim Zuschauer gespielt

"Diese Aufführung ist eine wunderbare Herausforderung": Unisono antworten Operndirektor Ralf Waldschmidt und Dirigentin Carolin Nordmeyer auf die Frage: War Mozarts Jugendoper "Il rè pastore" (Der König als Hirte) schwierig einzustudieren? Die Aufführung findet zwar im Großen Haus, dort jedoch im Foyer im ersten Rang statt, weshalb es zu den Terminen jeweils nur zirka 120 Sitzplätze gibt. Die Zuschauer gruppieren sich dabei rund ums Foyer und blicken auf ein schwarzweiß gemaltes Kopfbild eines Schafes, namens Agata, das von einer Wand zentral herabschaut und die antike Idylle verkörpert.

"Was geben Sie den Zuschauern an die Hand, damit diese die etwas verworrene Handlung verstehen?", wollen wir von Dramaturg Ralf Waldschmidt wissen. Seine Antwort: "Die Handlung ist gar nicht so kompliziert. Es geht doch nur um zwei junge, sich liebende Pärchen, die Schwierigkeiten haben, zusammenzukommen. Deshalb glaubt der Mazedonier Alexander der Große, eingreifen zu müssen." Dirigentin Carolin Nordmeyer, die während des Spiels immer wieder auch am Cembalo sitzt, fügt an: "Die Rezitative werden in Deutsch gesungen, textlich kann man den Ablauf gut verstehen. Die Arien erklingen dann in italienischer Sprache."

Der 19-jährige Wolfgang Amadé Mozart verfasste "Il rè pastore" im Auftrag des Salzburger Erzbischofs Coloredo für einen Besuch von Maria Theresias jüngstem Sohn, Erzherzog Maximilian, in Salzburg.

Was die Augsburger Inszenierung anbelangt, so wird das Publikum direkt ins Spiel eingebunden, allerdings war von den Verantwortlichen das "Wie denn?" nicht zu erfahren. "Das ist Oper hautnah", verspricht Waldschmidt.

Die Oper wird hautnah beim Zuschauer gespielt

Wichtig für die Inszenierung von Alexander May war vor allem die Zusammenarbeit der Profis vom Theater Augsburg mit den Studierenden am Leopold-Mozart-Zentrum der Universität sowie der Musikhochschule Nürnberg. Diese Kombination war dann auch die große Herausforderung, von der Waldschmidt und Nordmeyer eingangs sprachen.

Profitiert hätten beide Seiten. "Die Studenten haben", so Waldschmidt und Nordmeyer, "sogar eine ganz unglaubliche Entwicklung durchgemacht." Und noch etwas: Während der knapp zweistündigen Aufführung werden die Zuschauer erleben, wie junge Leute von heute Mozart singen und spielen und sich dabei doch den historischen Figuren immer mehr annähern.

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