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Coen und Phela in der Kantine

18.05.2015

Diese Stimmen!

Alin

Die Chance, dass einem bei einem Konzert gleich beim Vorprogramm die Spucke wegbleibt, ist gering. Unverhofft tat sich diese Möglichkeit beim ausverkauften Songwriter-Abend in der Kantine auf. Welch ein Erlebnis!

Phela hieß die junge Dame, die nach eigener Erzählung jahrelang als Violinistin unterwegs gewesen war, bevor sie entdeckt hatte, dass das Geigen allein ihr nicht genug war. Zwei Jahre lang hatte sie daraufhin im Studio verbracht, hatte eigene Songs geschrieben und sich eine kleine Band zusammen gestellt. Noch im Laufe dieses Jahres wird ihr Debüt-Album bei Sonymusic veröffentlicht werden. Zuvor aber konnten sich die Besucher der Kantine von Phelas musikalischen Qualitäten überzeugen. Und die waren schlichtweg umwerfend. Allein von Keyboards und Cello begleitet und selbst ab und an zur Violine greifend, sang die junge Hannoveranerin vom „Kopfkarussell“ oder dem „Leerlauf“, von Liebe, Leben und Verlusten. Von sanfter Melancholie waren ihre Songs, ihre Stimme von erhabener Sanftmut. Als Support war Phela gekommen, als gleichberechtigte Partnerin hatte sie die Bühne nach 30 Minuten wieder verlassen. Eine Newcomerin, die sicher noch viel von sich hören lassen wird.

Viel von sich hören lassen hat bereits die Weimarer Alin Coen Band. Schließlich war es ihr zu verdanken, dass sich die Kantine voll bis auf den letzten Platz war. Die Mixtur aus modernem Songwriting und Traum-Pop, aus County-Polka und Electro-Rock, die Sängerin Alin Coen und ihr Quartett auf die Bühne brachten, war facettenreich und voller Farbpracht. Eine Vielseitigkeit, die sich auch in der immer wieder reduzierten Besetzung ausdrückte. So stand Sängerin, Gitarristin und Keyboarderin Alin Coen schon mal nur mit zweien oder auch nur einem ihrer Begleiter auf der Bühne. Glanzvoller und gleichzeitig tränenreichster Höhepunkt war das Solo „Andere Hände“, Alins mit Gitarre begleitete Vertonung eines Briefes einer Mutter, die ihr Kind in die Babyklappe legt.

So eingängig, ausgereift und ausgefuchst die musikalischen Ideen, so eindringlich waren die Texte der Alin Coen Band. Mal auf Deutsch, meist aber auf Englisch verfasst, gaben sie einen tiefen Einblick in Alins sozial- und konsumkritisches Denken. Eine Darbietung, die nicht nur musikalisch, sondern auch inhaltlich vollkommen überzeugte und darum Herz und Hirn ansprach Ein prachtvoller Abend der phantastischen Stimmen!

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