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31.07.2010

Enge Kooperation für Tumorpatienten

Zusammenarbeit ist in großen Krankenhäusern wichtiger denn je, und Interdisziplinarität ist ein Schlüsselwort zum Erfolg. Will heißen: Fachabteilungen beziehungsweise Fachdisziplinen stehen heute nicht mehr alleine da, sondern sind vielfältig miteinander vernetzt. Darauf hat Klinikums-Vorstand Alexander Schmidtke bei der Vorstellung des neuen "Integrativen Krebszentrums" am Klinikum hingewiesen. Es zeigt am Beispiel Tumorerkrankungen, wie diese Zusammenarbeit konkret aussieht - und wie sie den Patienten nützt.

Anlass der Vorstellung im Rahmen einer kleinen Feierstunde in der Eingangshalle des Großkrankenhauses war die erfolgreiche Zertifizierung dreier weiterer Krebszentren: des Darmzentrums, des Hauttumorzentrums und des Gynäkologischen Krebszentrums. Gemeinsam mit den schon länger zertifizierten vorhandenen Zentren -Brustzentrum, Schwäbisches Kinderkrebszentrum, Onkologisches Zentrum und Tumorzentrum - machen sie das "Integrative Krebszentrum" derzeit komplett. Die Liste der Kooperationspartner in all diesen Zentren des Hauses ist lang und reicht von der Klinik für Anästhesiologie und Operative Intensivmedizin bis hin zur Strahlenklinik. Die geballte Fachkompetenz "unter einem Dach" bedeute ein Höchstmaß an Sicherheit für die Patienten, so Schmidtke.

Darmzentrum Mit 73 000 Neuerkrankungen pro Jahr sei Darmkrebs hierzulande ein Volksleiden, so Professor Helmut Messmann, Chefarzt der III. Medizinischen Klinik, der das Darmzentrum leitet. Rund 28 000 Menschen sterben jährlich daran. Für Brustzentren sei längst bewiesen, dass die Versorgungsqualität für die Patienten in zertifizierten Zentren besser sei, und dies sei bei Darmzentren sicherlich nicht anders - auch, wenn ein definitiver Beweis hierfür noch ausstehe. Aufgrund seiner hohen Fallzahlen (also Zahlen an behandelten Erkrankungsfällen) zähle das Augsburger Zentrum zu den größten Darmkrebszentren in Deutschland. Die für eine Zertifizierung geforderten Fallzahlen würden um ein Vielfaches überschritten, hieß es.

Hauttumorzentrum Auch das Hauttumorzentrum kann sich über einen Mangel an Patienten nicht beklagen: "Wir werden von Tumorpatienten förmlich überrannt", so Professor Julia Welzel, Leiterin des Zentrums. Kein Wunder, denn Hautkrebs "nimmt enorm zu", wie die Chefärztin erklärte. Jährlich würden im Hauttumorzentrum über 1000 Krebspatienten aus dem gesamten Regierungsbezirk Schwaben behandelt. Sie können dort unter anderem von modernsten Früherkennungstechnologien profitieren, die einen Blick ins Innere der Haut ermöglichen, ohne dass eine Gewebeprobe entnommen werden muss.

Gynäkologisches Tumorzentrum Die Diagnose einer bösartigen Erkrankung sei für jede Frau ein krisenhaftes, einschneidendes Ereignis, so Dr. Thomas Jung in Vertretung von Zentrums-Leiter Professor Arthur Wischnik, dem Chefarzt der Frauenklinik. Eine gute Betreuung der Frauen sei daher ein wichtiges Anliegen und werde unter anderem durch eine enge Kooperation mit dem Psychoonkologischen Dienst des Klinikums gewährleistet. Das Einzugsgebiet des Zentrums sei weit größer als das Augsburger Umland, was sich eindrucksvoll in den Behandlungszahlen widerspiegele. Auch im Gynäkologischen Tumorzentrum wurden die Anforderungen der Zertifzierungsgesellschaften in dieser Hinsicht um ein Mehrfaches überschritten, so Jung.

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