20.07.2010

Festival der Farben

Das Gemälde "Inspiration" von Helge Leiberg gehört in die Sommeraccrochage in der Galerie Noah. Foto: Sybille Schiller
Bild: Sybille Schiller

Zwei Künstler müssen in der Sommeraccrochage der Galerie Noah als Erste genannt werden: Sigmar Polke und Georg Baselitz. Von dem kürzlich verstorbenen Polke hängen Serigrafien, von Baselitz Aquatinta-Radierungen, auf den Kopf gestellte Selbstbildnisse (gelb mit Ehefrau EVA) 69 und 35 Jahre später sowie als "Norweger". Über 60 Arbeiten aus den Beständen der Galerie im Glaspalast hat Elisabeth Schulte für eine anspruchsvolle, wenngleich etwas zu dicht gehängte, Präsentation ausgesucht.

Gemälden, wie den fünf neuen Arbeiten von Max Kaminski, von denen "Ein Freund, Palette" witzig den Vanitas-Gedanken tangiert, hätten größere Abstände gut getan. Ein wenig süßlich dagegen wirken die Arnulf-Rainer-Übermalungen klassizistischer Engel.

Die Attraktion von Neukölln

Die Entdeckung in dieser Ausstellung heißt Uta Reinhardt. Vier großformatige Zeichnungen auf Leinwand, dominieren in dieser ansonsten die Farbe betonenden Schau. Magische Anziehungskraft geht von den Exponaten aus, die den Berliner Stadtteil Neukölln zum Thema haben, über dem ein Grauschleier der Melancholie hängt.

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Rechts und links der scheinbaren Stadtidyllen, ist einerseits Platz für den Berliner K. H. Hödicke und andererseits für den Mexikaner Enrique Fuentes. Dessen Abstraktionen waren beim Leonardo-Wettbewerb für Nachwuchskünstler 2007/2008 in Augsburg bereits zu sehen. Fuentes ist der Schwiegersohn von Arnulf Rainer, der den jungen Mann durchaus zu inspirieren scheint.

Hervorzuheben sind die Farbholzschnitte von Tal R (Tal Rosenzweig Tekinoktay). Dieser wurde 1967 während des Sechstagekrieges in Israel geboren, lebt heute in Dänemark, ist Mitglied des Künstlerkollektivs Korners Kontor und arbeitet zusammen mit Jonathan Meese und Daniel Richter. Letzterer ist mit einem Hochdruck vertreten.

Als "Neuer" ist Stephan Marienfeld vorzustellen. Er setzt mit seinen latent an Christo erinnernden Bondage-Plastiken (vorwiegend Polyester/Lack und Seile) in dieser Schau schwarze und weiße Akzente.

2008 erstmals von Kunsthistorikerin Eva Wiest entdeckt, wurde Sylvia Keppler. Ihre intimen Analogfotografien/Collagen sind ein wertvoller Zugewinn in der Galerie. Gleiches gilt für neue Bilder in der Enkaustik-Serie "Das Prinzip Hiob" des Augsburgers Günther Baumann.

In starkem Kontrast zur sensiblen Zurückgezogenheit dieser beiden stehen zwei Farbgiganten: Helge Leiberg, dessen tanzende schwarze Figuren über rote, blaue, grüne und gelbe Farbfelder springen und Barbara Bernrieder, die mit Mischtechniken auf Nessel ein wahres Fest der Farben inszeniert.

Bis 31. August, geöffnet Di bis Do 11-15 Uhr, Fr, Sa, So 11-18 Uhr

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