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09.01.2016

Gospels in allen Facetten

Young Stage in evangelisch St. Ulrich

Musik, Tanz und Stimmung statt Gold, Weihrauch und Myrrhe brachte der Epiphanias-Tag in der evangelischen St.-Ulrich-Kirche: Nachwuchskünstler des Vereins Young Stage boten ein zweistündiges Gospel-Programm. Atmosphärisch und amerikanisch ging es bei „Joy to the World“ zu, als die Jugendlichen zwischen elf und 23 Jahren ihr Publikum in der ausverkauften Kirche unterhielten. Sogar Stehplätze waren nur gerade noch so zu bekommen.

Die Jugendlichen bekommen durch Young Stage über übliche musische Förderung hinausgehende künstlerische Grundlagen. Einige befinden sich auf dem Weg, daraus ihren Beruf zu machen. Entsprechend professionell war das Niveau der Show, die von namhaften Augsburger Künstlern und Dozenten vorbereitet wurde. Unter der musikalischen Leitung von Elisabeth Haumann sangen 35 Stimm-Talente; Ballett-Eleven von Daniel Zaboj tanzten zu einigen der Songs.

Nicht nur der Spagat zwischen christlicher afroamerikanischer Musik und klassischem Tanz gelang, Haumann setzte auch so unterschiedliches Liedgut wie „Great is Faithful“, ein keltisches „Advent Carol“ und Michael Jacksons „Man in the Mirror“ zu einem homogenen Ganzen zusammen, das mehr dem angelsächsischen als dem deutschen Verständnis von „Gospel“ folgte, wonach nicht nur aus Spirituals, Blues und Jazz entstandene Songs, sondern auch christliche oder christlich interpretierte Popmusik als Gospel gelten.

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Das war klug, denn die verschiedenen Klangfarben der Young-Stage-Sänger gaben dieses Spektrum her: vom fülligen „God’s Great Dust Storm“ über eine spannend-jazzige Fassung von „Stille Nacht“ bis zum sanften „Say Something“ nach „A Great Big World“ und Christina Aguilera.

Auch die jungen Tänzer schafften es, den sakralen Raum und das Publikum zu erobern. Sehr wenige stimmliche Schwächen machten eine geschmeidige Technik und die Band um Markus Guth wett. Lichtgestaltung und Ablauf des Programms waren auf eine so unaufgeregte Art gekonnt, dass es der nachweihnachtlichen Besinnlichkeit des Ortes und des Tages entgegenkam.

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