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Augsburg

18.09.2016

Handy-App "Integreat": Eine Idee aus Augsburg macht Schule

Der Verein "Tür an Tür" hat gemeinsam mit Informatikern die Handy-App "Integreat" mit wichtigen Informationen für Flüchtlinge entwickelt. Diese ist inzwischen bundesweit gefragt.
Bild: Sebastian Kahnert, dpa (Symbolbild)

Der Verein "Tür an Tür" hat gemeinsam mit Informatikern die Handy-App "Integreat" mit wichtigen Informationen für Flüchtlinge entwickelt. Diese ist inzwischen bundesweit gefragt.

Smartphones zählen zu den wichtigsten Hilfsmitteln, die Menschen auf der Flucht brauchen. Grund ist nicht nur die Kontaktaufnahme zu Familie und Freunden, sondern auch die Nutzung des Internets als Informationsquelle. Doch wenn die Flüchtlinge in ihren neuen Wohnorten beispielsweise ein Zimmer oder eine Hebamme finden müssen, stehen sie angesichts der fremden Sprache und neuen Umgebung oft vor kaum lösbaren Problemen.

Immer mehr Initiativen bringen deshalb inzwischen spezielle Handy-Programme auf den Markt, mit denen Asylbewerber durch den Informations-Dschungel gelotst werden sollen. Ein Projekt aus Augsburg und München versteht sich als mehrsprachiger „Alltags-guide“ für geflohene Menschen und will dabei weitere Kommunen als Partner ins Boot holen.

Diese App „Integreat“ bietet eine erste Orientierungshilfe und versucht, die Fragen der Flüchtlinge auf Arabisch oder Englisch zu beantworten. Das Informationsportal soll zwar einerseits lokal auf den Wohnort ausgerichtet sein, ohne andererseits allgemeine Informationen zu vernachlässigen. Nachdem es in Augsburg entwickelt und zunächst getestet wurde, beteiligen sich inzwischen bundesweit eine Reihe von Kommunen. So nutzen auch Regensburg und Bad Tölz die Plattform, in anderen Ländern sind die Städte Ahaus und Dormagen (beide Nordrhein-Westfalen) oder der hessische Main-Taunus-Kreis beteiligt.

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App "Integreat": Mehr als 100 Anfragen von Kommunen

Die Initiatoren vom Augsburger Integrationsprojekt „Tür an Tür“ hatten bereits in der Vergangenheit die wichtigsten Informationen für Flüchtlinge gesammelt und dann in Papierform zusammengetragen. Diese Infos flossen in die App ein, das Programm soll aber noch weiter entwickelt werden: „Langfristig ist das Ziel, nicht nur Erstinformationen zur Verfügung zu stellen, sondern auch Themen wie Arbeitsmarktintegration oder Wohnungsmarkt anzugehen“, sagt Andreas Bärnreuther von „Tür an Tür“.

Die Augsburger taten sich für die Entwicklung der App mit einer Forschungsgruppe des Lehrstuhls für Wirtschaftsinformatik der Technischen Universität in München (TU) zusammen. Dort sind die Wissenschaftler überzeugt, dass es praktisch überall Bedarf für solch ein lokales Handy-Nachschlagewerk gibt. Es gebe bereits mehr als 100 Anfragen von Kommunen, sagt TU-Forscher Manuel Wiesche. „Jeder kann das nutzen“, sagt er.

Genutzt wird die App schon im Landkreis Germersheim in Rheinland-Pfalz. Anna Schneider von der Kreisbehörde weiß, dass das Programm gut ankommt – und nicht nur bei den Asylbewerbern. Auch ehrenamtliche und hauptberufliche Helfer setzten die App häufig ein, erklärt sie. Sie sorgten auch dafür, dass alles aktuell bleibe: „Die Nutzer beteiligen sich an der Weiterentwicklung der Inhalte und teilen Ergänzungsvorschläge mit.“

Insgesamt gibt es inzwischen mehrere Apps gezielt für Flüchtlinge. In Berlin entwickeln beispielsweise derzeit Syrer dank ihrer eigenen Erfahrungen mit der Bürokratie ein Programm für Asylbewerber. Darüber hinaus gibt es insbesondere noch die „Ankommen“-App des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF), quasi das offizielle Handy-Werkzeug. Raphaela Rehwald, dpa

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