19.01.2017

Irisch mit Akzent

Balladen, Jigs und Reels wechselten im Programm des deutsch-irischen Quartetts Cara mit Sängerin Gudrun Walter.
Bild: Eric Zwang-Eriksson

Folk der Band Cara im Parktheater

„Waren Sie schon einmal in Irland?“, fragte die junge Frau ihr Publikum. „Ich schon. Ich bin kurz vor unserer Tournee gerade erst zurückgekommen und habe auch etwas mitgebracht. Eine echte, handfeste, irische Grippe.“ Sprach’s, und schon kam der erste Hustenanfall. Die gesundheitliche Einschränkung aber, die so manchen Griff zu Tee und Tabletten erforderlich machte, war Gudrun Walter, Frontfrau der Irish Folk Band Cara, kaum anzumerken. Und dem Konzert im gut besuchten Parktheater tat es letztendlich keinen Abbruch.

Im Mai 2003 hatte sich die deutsch/schottische Irish Folk Band Cara gegründet. Fünf Alben pflastern bisher den Weg dieser Band, die dem Irish Folk ihren ganz eigenen, erfrischenden Stempel aufdrückt. In einem Höllentempo jagten die schnellen Instrumentalstücke, unisono von Fiddle und irischem Dudelsack vorgetragen, aus den Instrumenten und fuhren direkt in die Beine. Im krassen Gegensatz dazu standen die ergreifenden, melancholischen Balladen, die durch den zumeist zweistimmigen Gesang der beiden Damen in mal romantische, mal mystische Sphären getragen wurden. Ohrwürmer waren diese Songs ebenso wie die Instrumentalnummern.

Die Texte der zumeist selbst komponierten Songs erzählten von einem Moskitolastigen Urlaub in Schweden, hielten Gedanken zum Anschlag auf Charlie Hebdo in Paris fest oder gaben sich ganz lapidar dem Morden aus Eifersucht hin – so ganz in Shakespear’scher Tradition. Nicht unbedingt irische Themen einer nicht unbedingt irischen Band, denn Sängerin, Violinistin und Akkordeonistin Gudrun Walter, Dudelsackspieler Hendrik Morgenbrodt, der seine Uillean Pipes selber baut und Mastermind Jürgen Treys, der nicht nur für die virtuosen Gitarrenparts sorgte, sondern gleichermaßen für die Kompositionen und Arrangements verantwortlich zeichnet, stammen aus Deutschland. Einzig Sängerin und Pianistin Kim Edgar ist zur Hälfte Irin, zur Hälfte Schottin. Sie lebt in Edinburgh. Die Musik aber, die Cara im Parktheater zelebrierte, war irisch durch und durch – mit einem sehr eigenen, wohl klingendem Akzent.

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