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Violinwettbewerb

17.05.2016

Musikalische Stürme zum Ausklang

Dirigent Dirk Kaftan und die Preisträgerin Ji Won Song
Bild: Christina Bleier

Bei der Preisverleihung und im Finalisten-Konzert imponieren die Interpreten

Nach zehn Tagen Spannung für Teilnehmer wie auch Publikum – wer kommt weiter? – mündete der 9. Internationale Violinwettbewerb Leopold Mozart am Wochenende in der Erlösung. Stress, Aufregung, auch Enttäuschung der Teilnehmer, die nicht bis zum Schluss dabei sein konnten, aber noch zahlreich das Geschehen verfolgten, waren vorbei. Ausschließlich die Musik kam zu Wort, resümierte die Früchte dieses Augsburger Geigenfestes.

Die Preisverleihung am Freitag im Goldenen Saal mit den zahlreichen Preisen und Sonderauszeichnungen – die durch eine ausgedehnte Dramaturgie mit detaillierter Sponsoren-Präsentation und Danksagungen äußerst wuchtig ausfiel – spiegelte noch einmal die herausfordernde Bandbreite des Wettbewerbsprogramms wieder. Ehrenpräsident Igor Ozim, legendärer Kölner Violinpädagoge und früher auch als Jury-Mitglied dem Augsburger Wettbewerb verbunden, lobte und ermunterte in seiner kurzen Laudatio die Musiker als „Dolmetscher“ ihrer Kunst.

So bewährten sich die Sieger in der Sparte mit Musik aus einem unbekannten Terrain mit großem Können. Die Wiederentdeckung eines Trios für Hammerflügel, Violine und Cello des Beethoven-Vertrauten Franz Xaver Kleinheinz machte Haruna Shinoyama (mit Andreas Schmalhofer und Pianistin Ella Sevskaya) zu einem sanft getuschten, filigranen Stück zwischen Klassik und Romantik.

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Höhepunkt war die fulminante Interpretation des modernen Auftragswerks „Florilegium“ von Johannes X. Schachtner. Der Chinese Ziyu He, 16, auch Gewinner des 2. Gesamtpreises, realisierte (auswendig!) die technisch-musikalischen Vertracktheiten dieses funkelnden Exoten. Schachtner zeigte sich „glücklich“ darüber. Die MozartSolisten Augsburg unter Achim Fiedler erfreuten mit den feinen Stimmungen der 5. Sinfonie des Mannheimers Ignaz Fränzl (1736–1811).

Die Gesamtsiegerin und Gewinnerin des Mozart-Preises, Ji Won Song, präsentierte sich abschließend mit Wolfgang Amadés A-Dur-Konzert KV 219. Die souverän in sich ruhende, wunderbar modellierte Mozart’sche Klangsprache, aber auch, wenn es in letzten Satz geboten war, die prall-geschmeidigen Folklore-Ausbrüche ließen ihren Erfolg noch einmal nachvollziehen.

Am Samstag legte Ji Won Song auf dem romantisch-virtuosen Terrain der Violinkonzerte hinreißend nach. Im bestens besuchten Schlusskonzert in der Kongresshalle mit dem Münchner Rundfunkorchester unter der Leitung von Augsburgs früherem GMD Dirk Kaftan machte sie Alexander Glasunows a-Moll-Konzert zu einem farbstrotzenden, mit präzis flirrenden virtuosen Passagenstürmen, wie auch schimmerndem Schmelz durchsetzten Stück Spätromantik. Das Publikum feierte sie.

Doch auch ihre beiden Final-„Kollegen“ wurden zu Recht mit brandendem Applaus bedacht. Ziyu He schliff detailliert die Preziosen von Mozarts A-Dur-Konzert. Jae Hyeong Lee, die zweite Südkoreanerin, begeisterte mit Henri Vieuxtemps’ bildstarkem, fast einem bitter-süßen Opernmelodram nachempfundenen a-Moll-Konzert. Dirk Kaftan und das Rundfunkorchester boten eine für die Solisten inspirierende, plastisch intonierte Partnerschaft. Ein imponierender Abschluss des Wettbewerbs, der Vorfreude auf 2019 macht.

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