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27.05.2015

Niveauvoll, frisch, mitreißend

Euphorischer Applaus für das Roy Assaf Trio im Augustanasaal

Nicht immer ist bei einem Jazz-Event derart euphorischer Applaus zu hören wie beim Auftritt des Roy Assaf Trios im Augustanasaal. Verdientermaßen, denn Assaf und seine kongenialen Mitspieler boten einen lebendigen und einnehmenden Klang. Als klassisches Piano Trio treten Roy Assaf (Piano), Ravin Markovitz (Kontrabass) und Jake Goldbas (Schlagzeug) in der Königsdisziplin des Jazz an. Bei kaum einer anderen Besetzung dürfte es mehr Vergleichsmöglichkeiten geben. Dem Wettbewerb mit anderen Klaviertrios hielt die Performance der Musiker aber spielend stand. Grandios waren die Spannungsbögen, die das Trio innerhalb der komplexen Stücke mit Finessen und raffinierten Brüchen schuf. Der solistische Freiraum, der sich für jeden einzelnen auftat, war immens.

Vor drei Jahren hatte sich das New Yorker Trio gegründet. Die Idee, die sich dahinter verbirgt, ist ebenso einfach wie großartig. Die „Geschichten so lange üben, bis sie in Fleisch und Blut übergehen. Und dann ohne festes Programm auf die Bühne“, so erklärte Bandleader Assaf die Herangehensweise. Eine strukturierte Improvisation, die dem Auftritt eine unbeschwerte Frische verlieh.

Die Freude an der Musik, die Lust am Musizieren und die Neugier, immer wieder in andere Gefilde vorzustoßen, war den Musikern anzusehen. Jedem war eine eigene Klangsprache anzuhören, zusammen wirkten sie wie eine verschworene Einheit. Wo Assafs Pianospiel sich in populären Harmoniefolgen ebenso zu Hause fühlte wie in den Klängen von Ligeti, Ives und Reich, deckte Goldbas’ Schlagzeugkunst einen unfassbaren Dynamikbereich ab. Dazu ließ Markovitz seinen Kontrabass mit souveräner Leichtigkeit singen. Dieser Jazz war ein mit Verstand geprägter Fluss, der auf anspruchsvolle Weise pure Freude bereitete.

Mit dem Auftritt beendete der Jazzclub Augsburg seine Konzertreihe im Augustanasaal. Von Herbst an wird der Verein seine Veranstaltungen im eigenen Club-Lokal in der ehemaligen Wunderbar (Philippine-Welser-Str. 11) abhalten. Ob sich die vielen Besucher deswegen zur Darbietung von Assafs hoch energetischem Trio eingefunden hatten oder weil der Ruf des Pianisten ihm voraus geeilt war, bleibt ungewiss. Gewiss aber ist, dass keiner den Besuch bedauern musste.

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