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31.10.2009

Pro und Kontra zum Kraftwerk

Zum geplanten Wasserkraftwerk am Lech im Augsburger Stadtwald gibt es viele Fragen und konträre Standpunkte. Hier ein Überblick.

Hat Eon ein Recht auf den Bau?

Pro: Auf der Basis eines Vertrags von 1949 hat Eon grundsätzlich das Recht, die Wasserkraft im Abschnitt zwischen Hochablass und Staustufe 23 zu nutzen. Wenn die Firma eine konkrete Anlage bauen will, muss sie ein Wasserrechtsverfahren bei der Stadt durchlaufen.

Kontra: Im Naturschutzgebiet Stadtwald gilt normalerweise Bauverbot. Eine Befreiung wäre laut Experten denkbar, wenn das Gewässer zusammen mit dem Kraftwerkbau ökologisch verbessert wird. Nötig wären aber verschiedene Nachweise bzw. Gutachten, dass das Vorhaben für Natur und Umwelt verträglich ist. Möglicherweise ist auch das Augsburger Trinkwasserschutzgebiet betroffen.

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Der Lech hat im Naturschutzgebiet viele Betonschwellen. Können nach dem Bau des Kraftwerks die Fische wieder besser wandern?

Pro: Eon will zusammen mit einer neuen Anlage vorhandene Hindernisse im Lech für Wasserlebewesen beseitigen, sodass sie wieder besser wandern können.

Kontra: Flussabwärts laufen Fische auch bei modernen Kraftwerken Gefahr, in die Turbinen zu geraten und zu sterben, so der Fischereiverband.

Wird der erneuerbare Strom an dieser Stelle auf Kosten der Natur produziert?

Pro: Eon will die gesamte Flussstrecke in diesem Bereich ökologisch aufwerten. Vorgesehen sei eine begleitende Umwelt- und Naturplanung sowie ein landschaftspflegerischer Begleitplan.

Kontra: Der Stadtwald hat einen doppelten Schutzstatus nach deutschem und europäischem Recht. Laut Lechallianz hängt die Zukunft dieses Naturschutzgebietes am Lech langfristig davon ab, dass der Fluss renaturiert wird. Dies wäre mit Kraftwerken nicht möglich.

Wird der Fluss mit der neuen Anlage zusätzlich aufgestaut?

Pro: Laut Eon soll der derzeitige Wasserspiegel durch das neue Kraftwerk nicht erhöht werden.

Kontra: Die Lechallianz befürchtet nach bisherigen Erfahrungen mit Kraftwerksbetreibern, dass im Sommer bei wenig Wasser doch gestaut wird. Dies könne fatale Folgen für den Wasserhaushalt im Fluss und im Stadtwald haben. (eva)

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