Kabarett

25.09.2013

Raum für Reim

Aufgedonnertes Schneewittchen: Andrea Geis als „Rose Neu“.
Bild: Eriksson

Gefeierte Vorpremiere von Andrea Geis als „Rose Neu“ in der Kresslesmühle

Anderssein kann anders sein, wie die Augsburger Kabarettistin Andrea Geis mit der Vorpremiere ihres ersten Soloprogramms „Ich bin anders“ in der ausverkauften Kresslesmühle auf unterhaltende Weise bewies. Vor gar nicht allzu langer Zeit hatte sie in den „Neuros’n“, dem mit dem Stockstädter Römerhelm ausgezeichnete Augsburger Kabarett-Duo, gemeinsam mit Ulla Meyer für neurotisch überspitzte Furore gesorgt. Als Rose Neu stand Geis nun alleine auf der Bühne und bot ein Programm voller skurriler Typen, die ebenso liebenswert wie durchgeknallt waren.

„Ich bin das Dessert – nach 16 Gängen“, drohte die Sängerin verschmitzt und fügte warnend hinzu: „Suchen Sie keinen roten Faden, den gibt es nicht.“ Dafür aber eine Menge herrlicher Neurosen, die in einem aufgedonnerten Schneewittchen Ausdruck fand, in einer um ihren Hamster trauernden Witwe oder der mit ihrer Stimme mordenden Möchtegern-Opernsängerin.

„Oh lieber Himmelsvater, schütze die Psychiater“, sang die 1964 im Steigerwald geborene Wahl-Augsburgerin, die neben ihrem kabarettistischen Leben auch ein weiteres als Musiktherapeutin führt.

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Chansons der bizarren Art ließ Andrea Geis als Rose Neu vom Stapel, wobei sich die Sängerin selbst auf Gitarre oder Akkordeon begleitete, während am Klavier Stephanie Knauer für eine sensible, zurückhaltende Untermalung sorgte.

In den bitterbösen, eigenen Chansons mit wandlungsfähiger Stimme agierend, lebte Andrea Geis ihr vokales Können in ergreifenden Edith-Piaf-Interpretationen aus. Großartig auch die Blöcke deutscher Schlager, die, neu betextet und zu Medleys zusammengefasst, die Lacher auf ihrer Seite hatten.

Viel Raum für Reim gab Andrea Geis nicht allein ihren Liedern, sondern auch so mancher Moderation. Das Spiel mit der Sprache wandelte zum Spiel mit dem Spleen.

Premiere Zweimal tritt Andrea Geis als Rose Neu zur Premiere am Freitag und Samstag, 27./28. September, 19.30 Uhr, in der Neuen Stadtbücherei auf.

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