Musical-Revue

25.06.2012

Reise zum Broadway

Young Stage brachte bekannte Musical-Hits auf die Bühne.
Bild: Andreas Lode

Young Stage präsentiert junge Talente im Abraxas

Tabaluga ist ein kleiner grüner Drache, der glaubt, die Zeit angehalten zu haben. Die Figur aus dem gleichnamigen Rockmärchen von Peter Maffay zieht seit Jahrzehnten Fans in seinen Bann. Auch die Musical-Show, die junge Mitwirkende des Augsburger Vereins Young Stage im Abraxas zeigten, kam um den Sympathieträger nicht herum. Mit einfühlsam und überraschend rauchigen Stimmen trugen Cindy Hässlein und die erst elfjährige Bianca Steinbusch „Die Zeit hält nur in Träumen an“ vor. Auch die 200 Jahre alte Meeresschildkröte Nessaja, die nie erwachsen sein will, hatte in der Stimme von Selina Malcomson einen erhabenen Auftritt.

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Mit „That’s Entertainment“ stellten die Mitglieder des 2010 gegründeten Vereins Young Stage die Sparte Musical im ausverkauften Abraxas vor. Die Revue quer durch die Ohrwürmer der Musicalgeschichte soll sich neben dem Programm „Bella Classica“ und dem Gospel-Repertoire als drittes Standbein im Angebot des Vereins etablieren. In Anlehnung an das Musical „Sister Act“ und die Filmkomödie mit Whoopi Goldberg führten vier Schwestern im Habit (Alonja Weigert, Yevgeniya Gurevych, Annika Müller, Lucia Reng) durch das Programm. Sie erbaten samt Chor den Segen für die Show und flüchteten dann, statt sich unter einer kratzigen Wolldecke asketisch schlafen zu legen, in die Welt des Broadways.

Was folgte, war ein rasanter Ritt durch Klassiker wie „Cabaret“, „Cats“, „Tarzan“ und „Phantom der Oper“. Insgesamt standen 39 Lieder auf dem dreistündigen Programm – für das Zuschauer ohne verwandtschaftlich-empathische Beziehung zu den Darstellern gutes Sitzfleisch brauchten. Das Bühnenbild blieb spartanisch und setzte die Darsteller und ihre Kostüme dadurch passend in Szene.

Die jeweiligen Soundtracks, eingespielt von Wolfram Stark und Georg Sturm, sowie die Opernsängerin Elisabeth Haumann am Piano sorgten für bombastisches Broadway-Gefühl. Das Gesangs- und Schauspiel-Coaching von Elisabeth Haumann, Hans-Ulrich Höfle und Susanne Reng machte sich ebenso bezahlt wie der Unterricht durch den Profitänzer Daniel Zaboj. Viele der etwa 30 Darsteller lieferten eindrucksvolle Gesangs-Soli, Gruppenarrangements und Tanzeinlagen auf Gala-Niveau. Einziger Wermutstropfen der Revue: Mit 18 Euro erreichten auch die Eintrittspreise Gala-Niveau.

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