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Merkel warnt: "Wir riskieren gerade alles, was wir in den letzten Monaten erreicht haben"
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29.07.2010

Trotz Verkehrslärm abgeschnitten

Textilviertel Verkehr ist ein Thema, das nahezu jeden betrifft. Jeder ist Fußgänger, Radfahrer, Autofahrer oder Nutzer der öffentlichen Verkehrsmittel. Dementsprechend rege war die Beteiligung am Forum zur Verkehrsplanung im Textilviertel. Als Vorsitzender der Bürgeraktion Textilviertel lud Christoph Mößbauer Bürger zur Diskussion mit Arno Ruile, Leiter der Verkehrsplanung der Stadtwerke, und Baureferent Gerd Merkle in die Räumlichkeiten der Rudolf-Steiner-Schule ein. Im Fokus der knapp dreistündigen Veranstaltung standen Änderungen durch die Einführung der Straßenbahnlinie 6 ab Dezember. Des Weiteren war es den etwa 50 anwesenden Bürgern ein Anliegen, über den Autoverkehr im Viertel zu sprechen.

Für Unmut sorgt die Situation in Argon- und Fichtelbachstraße sowie Hanreiweg als Durchgangsstraße: Petra Wagner klagte über die ständige Verkehrszunahme sowie den damit verbundenen Lärm. "Wenn nicht gerade Stau herrscht, wird gerast", so die Anwohnerin. Im ersten Fall habe sie oft Probleme, ihr eigenes Haus anzufahren oder ihre Einfahrt zu verlassen. Ihr Vorschlag ist, den Verkehr auf Höhe Bergmühlstraße abzuhängen. Laut Baureferent Merkle ist dies aufgrund der ansässigen gewerblichen Betriebe undenkbar.

Ein ähnliches Problem hat eine Bürgerin, die an der Schleifenstraße wohnt: "Uns wurde eine stadtverträgliche Straße versprochen. Jetzt haben wir eine Autobahn, auf der bis spät in die Nacht Motorradrennen veranstaltet werden." Sobald die Baustelle in der Friedberger Straße beendet sei, werde das Verkehrsaufkommen sich voraussichtlich verringern, so Merkle. Mit Blitzern könne Rasern zwar entgegen gewirkt werden, aber grundsätzlich sei die Disziplin der Bevölkerung gefragt.

Auch die Straßenbahnlinie 6 hat nicht nur Befürworter: "Wir haben uns so auf die 6er gefreut, aber sie bringt alles durcheinander", so ein Bürger. Kritikpunkt war, dass die direkte Busverbindung ins Stadtzentrum über Maximilianstraße und Moritzplatz wegfallen wird. Durch veränderte Linienführungen bemängeln Fahrgäste aus dem mittleren Textilviertel außerdem längere Wege zu den Haltestellen. Hinzu kommt, dass der 36er in Zukunft nur noch halbstündig statt im Viertelstundentakt verkehrt. Vonseiten Arno Ruiles von den Stadtwerken hieß es, die Einsteigezahlen sprächen für diese Lösung. Bus und Straßenbahn parallel zueinander fahren zu lassen, stelle ferner kein rentables Verkehrskonzept dar.

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Erhitzte Gemüter beschwichtigt

Aus Sicht von Veranstalter Christoph Mößbauer kamen die zentralen Probleme auf den Tisch. Jedoch sieht er eine weitere Begleitung durch die Bürgeraktion als notwendig an. Abschließend versuchten die Stadträte die erhitzten Gemüter zu beschwichtigen: "Nehmen Sie das Verkehrsmodell an. Es ist keine unveränderbare Geschichte", so Karl-Heinz Schneider. Eva Leipprand würdigte die Möglichkeit des bürgerlichen Mitspracherechts und rief zur "Umorientierung" auf: "Wir können unsere Wege neu ordnen und der neuen Landkarte eine Chance geben."

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