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Christkindlesmarkt 2018

14.11.2018

Und plötzlich ist die Vorfreude auf Weihnachten da

Simon Roth vom Tiefbauamt darf mit seinen Kollegen den Christbaum auf dem Rathausplatz schmücken
Bild: Ina Marks

Bald beginnt der Christkindlesmarkt. Bislang fand Redakteurin Ina Marks die Vorstellung absurd. Bis sie in den Korb kletterte, wie sie in ihrer Kolumne schreibt.

Manchmal hilft ein Perspektivenwechsel, um sich freuen zu können. Bislang wollte ich nämlich nichts von Weihnachten wissen. Dafür war das Wetter zu warm und zu schön. Und dafür hat das ganze Lebkuchengedöns in den Supermärkten mit Ende August zu früh begonnen. Da bekomme ich ja jedes Jahr einen Hals. Aber hoch oben über dem Rathausplatz, im Angesicht der Christbaumspitze, da überfällt sie mich plötzlich: die Vorfreude auf den Advent und auf Weihnachten.

Da oben auf einer Höhe von rund 15 Metern, im Korb des Hubsteigers des Tiefbauamtes, finde ich plötzlich alles schön. Den Nebel, die Kälte und den Blick auf die vielen Buden. Der Aufbau des Christkindlesmarktes kann mir jetzt gar nicht schnell genug gehen. Simon Roth tut sein Bestes. Er und seine drei Kollegen aus dem Tiefbauamt bringen binnen zwei Tagen 700 Lichter am Christbaum an. Über 1200 Sterne, die Kindergartenkinder aus Goldpapier gebastelt haben, binden die Männer an den Zweigen der Nordmanntanne fest. Für den 25-jährigen Roth ist das immer ein besonderer Moment, sagt er. „Dann macht sich bei mir Weihnachtsstimmung breit.“ Na also, dann geht es nicht nur mir so.

Zusammen mit drei Kollegen aus dem Tiefbauamt behängt Simon Roth den Christbaum mit 700 Lichtern und über 1000 Sternen.

Am liebsten würde ich mir gleich daheim auch einen Baum reinstellen. „Näh“, sagt Roth dazu. „Bei mir kommt keiner ins Haus. Ich schmücke jedes Jahr fünf bis sieben Bäume in der Stadt. Danach habe ich keine Lust mehr darauf.“ Also doch kein Weihnachtsromantiker, stelle ich etwas ernüchtert fest. Der Korb des Hubwagens landet mit mir wieder auf dem Rathausplatz. Ich bedanke mich für den Ausflug und trage meine weihnachtliche Stimmung in mir mit.

Mehrere Tonnen Kabel für die Christkindlesmarkt-Buden

Überall auf dem Rathausplatz geht es geschäftig zu. Es sind ja auch nur noch elf Tage bis zur Eröffnung des Christkindlesmarktes. Das weiß auch Reinhard Bauer. Zusammen mit seinen Kollegen einer Elektrofirma verlegt er sämtliche Stromkabel zu den vielen Buden. Dafür muss Bauer auch auf eine Leiter steigen. Mehrere Tonnen Kabel würden sie verwenden, ruft er zu mir herunter. Ja, und wo kommt der Strom her?, ruf ich zu ihm hoch. Er zeigt zum Augustusbrunnen. „Von da zum Beispiel. Unter dem Brunnen ist es richtig hohl. Da kann man Party machen“, schreit er jetzt herunter. Es fährt gerade eine Straßenbahn vorbei. Ich bedanke mich schreiend und ziehe weiter.

Reinhard Bauer verlegt Stromkabel auf dem Christkindlesmarkt.
Bild: Ina Marks

Eine Party unter dem Augustbrunnen. Ich grübele vor mich hin, wie die theoretisch aussehen könnte und lande unten in der Altstadt. Auch da bereitet man sich auf Weihnachten vor. Nur anders. Katrin Bagatella und ihr Mann Christian haben ihr Eiscafé Tutti Frutti schon geschlossen. Im Laden wird ein letztes Mal geputzt, bevor es in die Winterpause geht.

Katrin Bagatella und ihr Mann haben ihr Eiscafé Tutti Frutti nun geschlossen. Jetzt freut sie sich auf die stade Zeit.
Bild: Ina Marks

„Wie genießen jetzt die Familienzeit, die uns im Sommer fehlt“, erzählt Bagatella. Zwischendurch wollen sie Eismessen besuchen und sich Anregungen holen. Im Februar soll das Eiscafé wieder eröffnen. Von da ab sind es nur sechs Monate bis die ersten Lebkuchen wieder in den Supermärkten stehen, überlege ich und bekomme schon wieder einen Hals.

Lesen Sie auch: Was Sie über den Christkindlesmarkt 2018 wissen müssen

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