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Christkönigliche Theaterer

15.11.2018

Wo steckt bloß der Lottoschein?

Stelzl (links, Florian Reinsch) und Bömmerl (Alfred Raunecker) überzeugen mit ihrem Spiel.
Bild: Annette Zoepf

Hervorragende Besetzung macht Zuschauern Lust aufs Laienspiel

So ist das also mit dem Himmel: Wer brav war, darf rein, aber erst, nachdem er eine Aufgabe gelöst hat. Das zumindest muss der Stelzl in der Komödie erfahren, der heurigen Komödie der Christköniglichen Theaterer. Bevor sich die Himmelstüren für ihn öffnen, muss er den dahingeschiedenen Schreinermeister Bömmerl abholen und in den Vorraum zur Seligkeit bringen. Doch was leicht klingt, läuft total aus dem Ruder.

Dem rechtschaffenen Meister ist nämlich noch gar nicht klar, dass er nicht mehr unter den Lebenden weilt. Für die Lebenden unsichtbar geht er durch sein Wohnzimmer. Niemand hört, was er seiner Tochter Anna oder dem notorisch schnorrendem Vetter Froschmeier zu sagen hat. Und er kann nichts unternehmen, um ihn und seine raffzahnige Frau daran zu hindern, schon mal „vorsorglich“ ein paar wertvolle Erbstücke zu klauen.

Hochdramatisch wird es, als der Froschmeier einen Brief der Lottogesellschaft entdeckt, der den Bömmerl über einen Gewinn von drei Millionen informiert. Jetzt vergisst das gierige Paar sämtliche Hemmungen und durchsucht alles nach dem wertvollen Lottoschein.

Der Bömmerl ist verzweifelt. Schließlich steckt seine Schreinerei gerade in großen Schwierigkeiten. Es könnte sogar zur Schließung kommen. All das könnte seine Anna vergessen, wenn sie das große Geld bekommt. Und der Bömmerl kann nicht eingreifen, nicht sagen, wohin er den Lottoschein gesteckt hat.

Als Bömmerl liefert Alfred Raunecker einen beeindruckenden Beweis seines Könnens. Florian Reinsch könnte dank seiner ruhigeren, von passenden Spitzen gewürzten Spielweise glatt als Polizist im richtigen Leben durchgehen. Für viele Lacher sorgen die beiden Froschmeiers (Elke Stempfle und Stephan Rothe). „Das war mal etwas Ruhigeres, nicht so viele Brüller, dafür mit vielen kleinen Höhepunkten gespielt“, fand Jakobine Rauner, die seit vielen Jahren jede Aufführung besucht. Friedhelm Bittner hat vor allem das total unterschiedliche Wesen der beiden Hauptfiguren gefallen: „Der Bömmerl will immer mit dem Kopf durch die Wand, während der Polizist die Lage listig und voll Gelassenheit wieder bereinigte. „Die Rollen sind hervorragend besetzt“, lautete sein Urteil. „Das war schon eine tolle Leistung, wie sich das Blatt langsam zum Guten gewendet hat“, meint auch Elias Frisch, der selbst Lust zum Schauspielern bekam. (kpk)

Das Stück ist nochmals am 17. November, 19.30 Uhr, und am 18. November um 17 Uhr zu sehen. Kartenreservierungen unter 70 44 14.

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