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Neuvorstellung
08.10.2017

Der neue Kia Stinger geht ab wie eine Rakete

Doch, das ist ein Kia! Der aggressiv geschnittene neue Stinger.
3 Bilder
Doch, das ist ein Kia! Der aggressiv geschnittene neue Stinger.
Foto: Kia

Bislang stehen die Koreaner „nur“ für grundsolide Autos. Mit dem spektakulären Stinger zeigen sie nun Emotionen - und wie! Eine erste Ausfahrt.

Kia hat es geschafft: Innerhalb kürzester Zeit hat sich der koreanische Autobauer zusammen mit seiner Schwester Hyundai auf dem europäischen Automarkt etabliert. Das Erfolgsrezept ist einfach: Gute Produkte und wenig Experimente.

Doch jetzt, wo Kia mit praktischen, grundsoliden Modellen wie Picanto und Rio, Sportage und Sorento bewiesen hat, dass sie ihr Handwerk verstehen, ist die Zeit reif für etwas mehr Emotionen. Die bringt der neue Stinger ins Spiel, der mit kräftigen Motoren und scharfer Optik ab Ende Oktober die Herzen der Käufer erobern soll.

Wer sich nur ein wenig für dynamisch gezeichnete Sportlimousinen begeistern kann, wird den Stinger mögen. Die flache, breite Front mit dem typischen Tigernasen-Grill macht im Rückspiegel was her, im Profil dominiert die flache Dachlinie und das Heck buhlt mit schon fast italienischer Anmutung um Sympathie-Punkte. Einzig die Interieur-Verantwortlichen hätte Chef-Designer Peter Schreyer vielleicht nochmal nachsitzen lassen sollen, so spektakulär wie die Außenhaut ist das Cockpit bei weitem nicht. Dafür überzeugt der Stinger innen mit einwandfreien Materialien, erstaunlich viel Platz und bester Funktionalität, wie man sie nicht überall findet.

Auch die Ausstattung ist beispiellos, nur wenig muss man beim Stinger hinzu kaufen: Elektrisch einstellbare und beheizbare Ledersitze, Navigationssystem, Abstandstempomat, Head-up-Display und Rückfahrkamera hat schon der 43990 Euro teure 2,0-Liter-Einstiegs-Benziner mit 255 PS an Bord. Optional gibt’s nur noch das Exclusive-Paket mit Sitzlüftung, Soundsystem und LED-Licht für 2900 Euro, und das 2400 Euro teure Technology-Paket mit adaptivem Fahrwerk, 360-Grad-Kamera, Querverkehrwarner und induktiver Handyladeschale. Kreuzt man beides an, schrumpft der Preisvorteil des heckgetriebenen Basis-Modells gegenüber der voll ausgestatteten Top-Version mit Allrad allerdings auf gut fünfeinhalbtausend Euro zusammen. Und ganz ehrlich: Der 3,3 Liter große V6 hat’s in sich. Zwar schiebt der Turbobenziner den Stinger überraschend unaufgeregt an: kein lautes Knurren, kein heftiger Tritt ins Kreuz. Aber dennoch sorgen seine 370 PS für verdammt viel Vorwärtsdrang. Das ist mehr als ein Audi S4 unter der Haube hat!

Schon bei niedrigen Touren schickt der Turbo-Sechszylinder seine von einer Achtgang-Automatik verwalteten 510 Newtonmeter in Richtung Asphalt, gleichmäßig nimmt der Kia fahrt auf, prescht wie selbstverständlich in weniger als fünf Sekunden über die 100er-Marke und schafft bis zu 270 Sachen. So erfreulich unauffällig wie der Antrieb arbeitet auch das Fahrwerk. Der perfekt ausbalancierte Stinger nimmt artig jede flotte Kurve und reagiert gehorsam auf die Befehle der beim V6 variabel übersetzten Lenkung.

Das Fahrwerk ist dabei trotzdem alltagstauglich, und selbst im strafferen Sportmodus wurde der Komfort nicht vergessen - allerdings muss man hier den künstlichen Klang aus dem Soundgenerator in Kauf nehmen. Den hat auch der Diesel an Bord, den es als Hecktriebler oder mit Allrad gibt und der mit 200 PS der schwächste im Bunde ist. Wie für den Einstiegsbenziner gilt auch hier: Reichen tut das Aggregat allemal, zur richtigen Sportskanone wird der Kia damit nicht. Dafür sind die Vierzylinder deutlich sparsamer: Sie nehmen sich 5,6 beziehungsweise 7,9 Liter; der V6 schluckt schon auf dem Papier stattliche 10,6 Liter! Und in Sachen Abgasreinigung fährt Kia nicht vorne mit: Weder AdBlue für den Diesel noch Otto-Partikelfilter sorgen für bessere Luft.

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