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Hitlers Zylinder und mehr

20.11.2019

Auktion von Nazi-Gegenständen weckt großes Interesse

Die Initialen "AH" sind in einem persönlichen Faltzylinder von Adolf Hitler im Auktionshaus "Hermann Historica" zu sehen. Der Zylinder stammt aus Hitlers Privatwohnung.
Foto: Matthias Balk, dpa

Eine Auktion von Gegenständen aus der Nazi-Zeit sorgt für Wirbel. Kritiker hätten die Versteigerung gern verboten. Der Andrang in Grasbrunn ist umso größer.

Hitlers Zylinder und Eva Brauns Cocktailkleid: Eine Auktion von Gegenständen aus dem Besitz von ranghohen Nationalsozialisten hat ein stärkeres Interesse geweckt als von den Organisatoren erwartet. Eigentlich hätte die Versteigerung von 800 Objekten gegen 18.00 Uhr beendet sein sollen, doch zu diesem Zeitpunkt seien erst rund 500 Lose unter den Hammer gekommen, sagte Bernhard Pacher, Geschäftsführer von Hermann Historica in Grasbrunn, am Mittwoch. "Wir hatten noch nie zuvor so viele Kunden, die im Internet und im Saal mitbieten", sagte er. Deshalb stellte er sich auf eine Verlängerung bis etwa Mitternacht ein.

Auktion von Nazi-Gegenständen sorgt für Ärger - und erlebt großen Andrang

Die Auktion hatte im Vorfeld großes Aufsehen erregt und Kritik ausgelöst. "Mit einigen Dingen sollte man einfach keinen Handel treiben", schrieb Rabbi Menachem Margolin von der European Jewish Association (eja) in Brüssel in einem Brief an das Auktionshaus. Der Verband der Juden Europas forderte darin die Absage der Versteigerung. Auch in den Medien hatte es eine Debatte gegeben.

Pacher wehrte sich gegen die Vorwürfe. "Der mit Abstand größte Teil der Kunden, der bei uns einkauft, sind Museen, staatliche Sammlungen und private Sammler, die sich wirklich akribisch mit dem Thema auseinandersetzen", sagte er.

Auch am Abend der Versteigerung bekräftigte Pacher: "Wir wollen keine Kellernazis hervorlocken." Soweit er das beurteilen könne, habe dies auch geklappt. Dennoch sei der Andrang deutlich größer gewesen als erwartet. Mehr als 500 Interessenten hätten online mitgeboten - fünf Mal so viele wie sonst üblich. Im Saal mit Platz für 50 Menschen hätten Bieter stehen müssen.

Kritik an Auktion weckt Interesse und treibt Preise für Nazi-Gegenstände in die Höhe

Für die Einlieferer - private Sammler und Händler - sei das fantastisch, denn die Preise seien entsprechend höher, sagte Pacher. So zeigte sich der Auktionator überrascht, dass etwa eine Luxusausgabe von Adolf Hitlers "Mein Kampf" für 130.000 Euro den Besitzer gewechselt habe - doppelt so viel wie ursprünglich veranschlagt. Auch ein Cocktailkleid von Hitlers Gefährtin Eva Braun ging mit 4600 Euro fast doppelt so teuer weg wie erwartet. Hitlers Faltzylinder hingegen entsprach mit 50.000 Euro etwa den Erwartungen der Veranstalter. Spitzenreiter am frühen Abend war: ein Eichenlaub mit Schwertern und Brillanten zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes - eine Kriegsauszeichnung zum Umhängen; für 135.000 Euro.

In einem Münchner Auktionshaus sind zahlreiche Nazi-Devotionalien unter den Hammer gekommen. Bei der Auktion wurden insgesamt 842 Gegenstände versteigert.
Foto: Matthias Balk, dpa

Es ist nicht die erste Auktion dieser Art bei Hermann Historica. Das Münchner Auktionshaus ist seit mehreren Jahren wegen seiner Versteigerungen von Nazi-Gegenständen umstritten. 2016 etwa ging eine Uniformjacke von Hitler für 275.000 Euro an den Höchstbietenden.

Die Diskussion ist geschlossen.

21.11.2019

Wie passend, dass das Auktionshaus [H]ermann [H]istorica heißt. [HH] ist ja bekanntlich ein Zeichen der Nazis. Ob das bewusst so gewählt wurde, nachdem die schon so Nazi Zeug verticken?!

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20.11.2019

Die gestohlenen bzw. unrechtmäßig erworbenen Gegenstände sollten versteigert, aber der Erlös nicht den Hehlern sondern wohltätigen Zwecken zur Verfügung gestellt werden.

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