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14.03.2013

Die Bayernpartei fordert mehr Heimatunterricht

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Die Bayernpartei fordert mehr Kunde der bayerischen Heimat in Grund- und weiterführenden Schulen.
Bild: Bayernpartei

Die Bayernpartei fordert einen vollwertigen Heimatkunde-Unterricht an bayerischen Grundschulen. Und sie kritisiert "preußische" Perspektiven im Geschichtsunterricht.

Die Bayernpartei (BP) fordert die Wiedereinführung eines vollwertigen Heimatkunde-Unterrichts an bayerischen Grundschulen. Das jetzige Fach Heimat- und Sachkunde (HSK) soll nach Ansicht der BP in zwei unabhängige Fächer aufgeteilt werden.

Heimatkunde nach Schülerbedürfnissen

Grundsätzlich würden auch gute Themen an Grundschulen durchgenommen, sagt Richard Schöps. "Der engere Heimatbezug bleibt aber auf der Strecke", so der Pressesprecher der Bayernpartei, die die bayerischen Lehrpläne für Grundschulen verändern will. Die derzeitige Vermischung von Heimat- und Sachkunde sei "unglücklich". Heimatkunde soll ihren eigenen Platz bekommen, um den kindlichen Bedürfnissen nachzukommen. So sieht man es bei der Bayernpartei. Dazu gehören zum Beispiel die Behandlung regionaler Sagen und Märchen oder die Pflege des lokalen Dialekts.

"Heimat" bedeutet in Bezug auf die Grundschullehrpläne die "engere Umgebung" der Kinder. "Man muss vom Kleinen ins Große gehen", erklärt Schöps, der selbst zwei Töchter hat. Räume wie Deutschland und Europa seien noch zu groß für die Grundschüler. In den weiterführenden Schulen könne man das Heimatwissen ja dann mit den anderen Ebenen vernetzen.

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Mehr Wissen über die nähere Umgebung könnte laut Richard Schöps auch positiv zur Integration von Menschen mit Migrationshintergrund beitragen.

Gegen "preußische Perspektiven"

Ähnlich argumentiert auch Generalsekretär Hubert Dorn, der außerdem an weiterführenden Schulen Defizite sieht. Man kümmere sich um die weite Welt, aber nicht um die eigene Region. Der Pressesprecher schlägt in die gleiche Kerbe wie sein Generalsekretär: "Die Liebe zu Deutschland und Europa steht an bayerischen Schulen im Vordergrund, die Liebe zur bayerischen Heimat rückt ins Abseits", sagt Pressesprecher Schöps.

Eine bayerische Lesart der Geschichte sei ebensowenig zu finden. "Bismarck wird als strahlender Held gefeiert, der das deutsche Reich 'einigte'", sagt Schöps. Dies werde aber nicht kritisch hinterfragt. Mit Österreich sei schließlich eines der vorrangig deutschen Länder weggefallen. Deshalb fordert er ein Abkommen von den "preußische Perspektiven" im Unterricht.

Bayerisch im Matheunterricht

Der Bund sollte in der Bildungspolitik nicht über die Bundesländer dominieren, so das Credo der Partei. Deshalb will sie auch das Bundesbildungsministerium abschaffen. Eine Entmündigung - im wahrsten Sinne des Wortes - spürt die Bayernpartei vor allem, wenn es um die Sprache geht. Bayerisch sprechende Menschen würden diskriminiert und Kinder, die in der Schule Dialekt sprächen, ausgegrenzt, sagt Schöps.

Dabei könnten die bayerischen Mundarten durchaus im Deutschunterricht verankert werden, erklärt der Pressesprecher. "Wir hätten auch nichts dagegen, wenn im Matheunterricht Bayerisch gesprochen würde."

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