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Kempten

01.12.2016

Razzien in Flüchtlingsheimen: Polizei findet Drogen und Geld

Razzia in zwei Kemptener Flüchtlingsunterkünften.
Bild: Martina Diemand

100 Polizisten durchsuchten Asylbewerber-Unterkünfte in Kempten, fanden Marihuana und Bargeld. Der Verdacht: Die Verdächtigen könnten professionell mit Drogen gehandelt haben.

Es habe Hinweise darauf gegeben, dass in den Wohnheimen Drogen verkauft worden seien, sagte der Kemptener Polizeichef Günter Hackenberg: „Auch an Minderjährige, und da hört der Spaß wirklich auf.“ Ausgangspunkt des Einsatzes war der Fall eines 22-jährigen Senegalesen, der vom Landgericht Kempten zu drei Jahren Haft verurteilt worden ist. Ihm wurde eine große Zahl von Drogenverkäufen an Minderjährige nachgewiesen.

Mittwoch, 13.51 Uhr: Mehr als 100 Polizeibeamte fahren an den Flüchtlingsunterkünften vor. Die Beamten nehmen sich 20 verdächtige Personen in drei Wohnungen in der Duracher Straße vor, in der anderen Unterkunft interessieren sie sich für 60 Flüchtlinge, die Kontakt zur Drogenszene haben könnten. Dem Vernehmen nach sind in den Unterkünften Flüchtlinge aus mehr als zehn Nationen untergebracht.

Nun wurden erste Ergebnisse bekannt, worauf die Polizei stieß: Im Laufe der Durchsuchungen wurden die Ermittlungen von ursprünglich acht Hauptverdächtigen auf nun 14 Personen ausgeweitet. Auch bei ihnen ermittelt die Polizei auf unerlaubten Besitz von Betäubungsmitteln, wie das Polizeipräsidium Schwaben Süd/West am heutigen Donnerstag in einer Pressemeldung mitteilte. Derzeit prüfen die Beamten, ob den neuen Verdächtigen auch mit Drogen gehandelt hätten.

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Die Beamten berichten ferner von Hinweisen, dass einige der mutmaßlichen Drogenhändler den Vertrieb "professionell" organisiert hätten, beispielsweise durch spezielle Verstecke mit vorportionierten Drogenpäckchen. Insgesamt stellte die Polizei 300 Gramm Marihuana sicher, außerdem 20 Gramm einer bisher unbekannten Substanz. Ferner fanden die Beamten 7000 Euro Bargeld, das vermutlich aus dem Drogenhandel stammt.

Weiterer Verdacht: Versuchte Vergewaltigung in Kempten

„Wir haben auch noch Abschiebehaftbefehle im Gepäck“, sagte Polizeichef Hackenberg am gestrigen Mittwoch. Und einen weiteren ganz schlimmen Verdacht: Gesucht wird nach wie vor ein Unbekannter, der am frühen Samstagmorgen in Kempten versucht hat, eine 46-jährige Joggerin in der Nähe eines Flüchtlingsheims zu vergewaltigen. Der Täter hat vermutlich eine Bisswunde, die ihm die Frau zugefügt hat. Nachdem ihr der Mann nachgestellt und sie geschlagen hatte, flüchtete er. Der Täter hatte sich offensichtlich gestört gefühlt, als in einem Mehrfamilienhaus Lichter angingen.

Mittwoch, 15 Uhr vor der Unterkunft in einer ehemaligen Schule in der Duracher Straße: Polizisten halten zwei dunkelhäutige Passanten an, durchsuchen sie. Die beiden Männer müssen ihre Taschen vorzeigen, die Schuhe ausziehen. „Was ist denn hier los?“, fragt ein Nachbar und deutet auf die vielen Polizei-Einsatzfahrzeuge. Viele weitere Beamte sind derweil in der Unterkunft im Einsatz. Eine verdächtige Wohnung nach der anderen wird inspiziert. Hunde sollen helfen, Rauschgift aufzuspüren.

Zum Beispiel Hector, der Schäferhund von Polizist Thomas Mötzel. Nachdem er in den Wohnungen als Spürnase eingesetzt wurde, sucht er das Gelände vor den Fenstern der verdächtigen Wohnungen ab. Der Verdacht: Bei Betreten des Hauses durch die Polizisten könnten Dealer Rauschgift aus den Fenstern geworfen haben, um diese Beweisgegenstände zu entsorgen. Spürhund Hector ist auf verschiedene Drogen ausgerichtet. Sobald er etwas findet, wie jetzt eine Tüte mit verdächtigen Spuren, schlägt er an und bringt es seinem Herrchen.

Am Abend meldet sich eine Betreuerin der Flüchtlinge zu Wort. Sie sagt: Die Polizei habe in den Zimmern alles durcheinander geworfen und einen „Saustall“ hinterlassen. Die Polizei selbst berichtet davon, dass eine Bewohnerin während der Razzia einen Schwächeanfall erlitten habe und ins Krankenhaus habe eingeliefert werden müssen. Der Kemptener Polizeichef Hackenberg hingegen sagt: „Es geht primär um die Unterbindung des Rauschgifthandels an Minderjährige.“

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Die Diskussion ist geschlossen.

02.12.2016

WIr fassen also zusammen: Die Flüchtlingsbetreuerin spricht von einem "Saustall" den die Polzei hinterlassen habe. Ich glaube eher, die Polizei hat versucht, einen Saustall auszumisten. Jedenfalls deute ich die Äußerung des Kemtptener Poilzieichefs so, Zitat: Der Kemptener Polizeichef Hackenberg hingegen sagt: „Es geht primär um die Unterbindung des Rauschgifthandels an Minderjährige.“

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