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Unterallgäu
01.02.2014

Billionen Krabbeltiere: Das Dschungelcamp im Unterallgäu

Nicht nur im Dschungelcamp sind Mehlwürmer und Heuschrecken gefragt, sondern auch bei "Bugs International" im Unterallgäu. Dort gibt es Billionen Insekten.

Mit dem Dschungelcamp im Fernsehen hat er eigentlich nichts am Hut. Doch die Tiere, die dort in Australien konsumiert werden müssen, sind eigentlich sein Lebensinhalt. Georg Reitmaier hat sich im Gewerbegebiet Unterfeld im Landkeis Unterallgäu sein eigenes Insektenreich mit Heuschrecken, Mehlwürmern, Maden oder Heimchen aufgebaut. Kein Wunder, dass er selbst auch kein Problem damit hat, Heuschrecken zu verzehren. „Aber Mehlwürmer würde ich nicht essen, das ist nichts, was zur menschlichen Ernährungsweise gehört. Ansonsten stört mich an der Sendung, wie mit den Menschen umgegangen wird und wie sie sich dort erniedrigen lassen.“

Dschungelwege führen zum Karibikbüro

Dennoch wird man an den Dschungel schon gleich ein wenig erinnert, wenn man den Bürobereich der Firma „Bugs International“ betritt. Da muss man sich den Weg erst einmal durch grüne Pflanzen, plätschernde Wasserläufe und eine kleine Brücke bahnen. Zwei American Akitas, eine Hunderasse, die früher bei Indianern zu Hause war, empfangen den Besucher freundlich und lassen sich streicheln. Das Büro erinnert dann eher an den „Fluch der Karibik“. „Das habe ich alles selbst nach meinen Wünschen und Zeichnungen entworfen, ehe ich es mir anfertigen ließ“, so Reitmaier. Er ist das, was man als einen Selfmade-Man oder Autodidakten in allen Bereichen nennen würde. Wie aber kommt so jemand, der in Bad Wörishofen aufgewachsen ist, dazu, sich Krabbeltiere zu seinem Beruf und jetzt zu einem der größten Betriebe in Europa auf diesem Gebiet zu machen?

„Ich habe schon immer selber Reptilien zu Hause gehabt, Schlangen, Echsen, Geckos und alles, was es sonst so gibt“, erläutert er. Doch wenn es seinen Tieren oder auch denen von Kollegen nicht so gut ging, dann lag es nach Reitmaiers Einschätzung einfach an mangelhaftem Futter. „So begann ich, mich selbst intensiv damit zu beschäftigen. Dazu arbeitete ich drei Jahre mit einem gentechnologischen Institut zusammen und steckte eine Menge Geld in die Fruchtfliegenforschung“, erzählt er. Dann machte er sich selbst an die Zucht des Kleingetiers mit der Prämisse, bessere Qualität und vor allem milbenfreie Produkte anbieten zu können. „Und genau das ist es, was uns von Mitkonkurrenten, die es inzwischen zuhauf gibt, abhebt, und unser Futter so begehrt macht,“ so Reitmaier.

Angefangen hat Reitmaier vor 20 Jahren in der Gartenstadt, seit zehn Jahren steht sein großer Betrieb mit etlichen Hallen auf 10000 Quadratmetern Grund im Unterfeld und er beschäftigt 120 Angestellte. Der Aufwand für die Zucht ist enorm. In den Hallen stehen endlos lange Regale, die Temperatur muss immer genau stimmen und oberstes Gebot ist die Hygiene. „Bei uns geht es fast steriler zu wie in einem Krankenhaus. Denn wenn sich bei uns ein Keim einschleicht, kann das die ganze Zucht zerstören“, so der Unternehmer. Es gibt eigene Waschmaschinen für die Schwämme oder eine Waschstraße. Die Tiere befinden sich in Regalstraßen, geordnet nach diversen Heuschreckenarten oder Heimchensorten. Für die gerade Geschlüpften gibt es sogar eine „Heimchenstube“.

Selbst das Futtermittel für die Insekten wird selbst produziert

In den Regalen sind es hauptsächlich unzählige, absolut ungebrauchte, saubere Eierbecherkartons, auf denen die Zucht stattfindet. Selbst die 17 bis 18 Tonnen Futtermittel aus Gras- und Getreidesubstanzen werden im Betrieb selbst in wiederum eigenen Hallen produziert. Auf die Frage, wie viele solcher kleiner Tiere denn insgesamt „im Hause“ sind, lautet Reitmaiers Antwort: „Da reichen Millionen nicht mehr, das geht in die Billionen.“

Immerhin gibt es in Deutschland inzwischen rund 800000 Haushalte mit Terrarien. Mit fünf eigenen Spezialkombis, die mit Klimaanlage und Fußbodenheizung ausgestattet sind, wird auch der Versand in ganz Europa zu 70 Prozent selbst bewältigt. „Es müssen einfach die Qualität und Zuverlässigkeit stimmen, wenn man auf dem Markt bestehen will“, fasst Reitmaier sein Grundprinzip zusammen.

Ein weiteres Abnahmepotenzial könnte sich für die Firma auch noch auftun. Denn angeblich sollen in der Nähe schon Insektenpizzas in Anlehnung an das „Dschungelcamp“ angeboten werden!

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