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Fischerei

17.07.2013

Verendet in Turbinen: "Sauberer Strom" tötet Millionen Fische

Jedes Jahr sterben Millionen Fische in den Turbinen der Wasserwerke. «Wenn man das Problem ernst nehmen würde, dann müsste man die Kraftwerke zu den Wanderungszeiten der Aale stilllegen.»
Bild: Patrick Seeger, dpa/lsw

Sauberer Strom kostet jedes Jahr Millionen Fische das Leben. Wenn beispielsweise Aale zu ihren Laichplätzen wandern, verenden sie oft in den Turbinen der Wasserkraftwerke.

Wasserkraftwerke erzeugen sauberen Strom, aber in ihren Turbinen sterben jedes Jahr Millionen Fische. Im Main sind darunter viele Aale auf dem Weg zu ihren Laichplätzen im Atlantik. Peter Wondrak vom Fischereiverband Unterfranken sagte der dpa: "Wenn man das Problem ernst nehmen würde, dann müsste man die Kraftwerke zu den Wanderungszeiten der Aale stilllegen."

Mit Frühwarnsystemen Aale vor den Turbinen retten

Die Eon-Tochter Rhein-Main-Donau AG (RMD) sucht seit Jahren schon Auswege. "Bisher sind 150 Kilometer des Mains durchgängig. Bis zur nächsten Wandersaison der Aale im September wollen wir die Versuche erweitern", sagte RMD-Sprecher Jan Kiver der dpa.

Zwei Frühwarnsysteme an den Kraftwerken bei Erlabrunn (Landkreis Würzburg) und Bergrheinfeld (Landkreis Schweinfurt) alarmieren seit 2011 die RMD, wenn eine Aal-Wanderung bevorsteht. Im Herbst sollen zwei weitere Anlagen installiert werden. Bei Aal-Alarm werden die Wehre etwas geöffnet und die Wassermenge, die durch die Turbinen läuft, wird auf etwa die Hälfte gedrosselt.

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Fische fangen und an gefahrloser Stelle wieder aussetzen

Die Fische sollen so gefahrlos abwandern können. Bei Gemünden werden die Aale von Fischern aus dem Wasser geholt und in Containern an den Rhein gefahren, von wo aus sie gefahrlos weiterschwimmen können.

Peter Wondrak vom Fischereiverband ist von den bisherigen Versuchen aber nicht überzeugt: "Die Situation ist dramatischer, als es dargestellt wird." Mit dem gemeinsamen Programm "Catch & Carry" (Fangen und Tragen) könne ein Drittel der Aale vor den Turbinen gerettet werden. Das sei aber keine langfristige Lösung. dpa/lby

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