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Versammlung 2

08.05.2015

Alamannische Demonstration

Andreas Gut, Leiter des Alamannenmuseums Lauchheim, erläuterte die Bedeutung der Funde aus dem Gräberfeld von Lauchheim.
Bild: Pawlu

Vortrag und Vorführung zur Lebensweise des germanischen Stammes

„Der Jahrhundertfund Lauchheim hat internationale Bedeutung erlangt.“ Mit diesem Satz unterstrich der Prähistoriker Andreas Gut beim Vortrag im Hotel Convikt den Rang der geschichtswissenschaftlichen Erkenntnisse, zu denen Grabungen im Ostalbkreis geführt haben.

Andreas Gut ist Leiter des Alamannenmuseums in Lauchheim. Bei der Jahreshauptversammlung des Historischen Vereins vermittelte er unter dem Titel „Der germanische Stamm der Alamannen im Spiegel der Funde aus dem Gräberfeld von Lauchheim“ einen kompetenten Einblick in die Siedlungsgeschichte der Alamannen.

Der Historiker Asinius Quadratus bezeichnete diese westgermanische Bevölkerungsgruppe als „zusammengewürfeltes Mischvolk“. Inzwischen ist bekannt, dass dieser Stamm den geografischen Raum zwischen Schwäbisch Gmünd, Nördlingen, Ulm und Dillingen besonders dicht besiedelte. Aber die Ausdehnung von Gewerbe- und Wohngebieten gefährdet seit der Mitte des 20. Jahrhunderts die Freilegung großer alemannischer Reihengräberfelder mit Funden von unschätzbarem Wert. Deshalb ist es ein besonderer Glücksfall, dass mit den archäologischen Grabungen bei Lauchheim der größte bisher bekannte Alamannenfriedhof erforscht werden konnte. Lichtbilder belegten beim Vortragsabend die Qualität der Fundgegenstände, die im Museum Lauchheim aufbewahrt werden.

Illustriert wurden das Leben der Alamannen beim Vortragsabend durch Bianca Oettlin und Holger von den Driesch, Giengen. Sie erläuterten Gewandung, Bewaffnung, Schmuck und die Funktion gefundener Werkzeuge.

Die Tracht habe auch bei den Alamannen den sozialen Status signalisiert. Oftmals habe ein einzelnes Kleidungsstück schon deshalb einen hohen Wert erlangt, weil Farbe, Material oder Fertigungstechnik den Import aus weit entfernten Kulturkreisen verrieten.

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