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Halbzeit

01.06.2017

Am Anfang stand der Bürgermeisterkurs

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Thomas Baumann ist Bürgermeister in Ziertheim. Er hat sich inzwischen in sein Amt eingelebt

Anfangs war Ihr Amt als Bürgermeister für Sie etwas ganz Neues. Damals machten Sie sogar einen Lehrgang. Aus heutiger Sicht: Würden Sie sagen, was Sie dort gelernt haben, hat sich rentiert?

Zum Einstieg war es auf jeden Fall das Richtige, ein Grundseminar für Bürgermeister zu besuchen. Das Wissen auf kommunaler Ebene, die Aufgaben, die Rechtsstellung, diese Themen wurden hier angesprochen. Ohne dieses Grundwissen geht es nicht. Somit wurde auch gleich klar, in welchen Bereichen noch tiefere Einblicke erforderlich sind.

Nach 100 Tagen erzählten Sie der DZ in einem Interview, Sie hätten den Zeitaufwand, den Ihr Amt mit sich bringt, unterschätzt. Es sei schwierig, Beruf und neue Aufgaben unter einen Hut zu bringen. Haben Sie sich inzwischen besser eingependelt? Wenden Sie immer noch etwa vier Stunden pro Tag für Ihr Amt auf?

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Die ersten zwei Jahre waren sehr zeitintensiv, bis man weiß, wie alles läuft. Jetzt plane ich Termine und Aufgaben, sodass diese an einem Tag stattfinden und ich nicht mehr so viel auf der Strecke bin. Ich versuche, die Termine so gut wie möglich abzustimmen. Dies funktioniert auch mittlerweile bestens. Durch die Unterstützung meiner Arbeitgeber bekomme ich die Zeit, die ich brauche, um alles zu bewältigen. Natürlich ist dieses Amt eine Herausforderung und kostet viel Zeit und Kraft. Ich besuche unsere Neugeborenen, Geburtstagsjubilare, Versammlungen und Veranstaltungen der Vereine. Dies ist für mich von Bedeutung, um den Kontakt mit den Bürgern zu halten. In Stunden kann dies nicht direkt umgerechnet werden, da ein Bürgermeister immer zur Verfügung stehen soll, ich nehme mir die Zeit, die notwendig ist, um alles Anstehende zu bearbeiten.

Hat sich Ihr Privatleben durch Ihre neue Aufgabe verändert? Sie haben sich 2015 vorgenommen, die wenige Zeit, die Ihnen bleibt, Ihrer Familie zu widmen. Klappt das?

Mein Privatleben hat sich verändert, da auch am Wochenende Termine anstehen. Es gibt strukturelle Aufgaben und Vereinbarungen in der Familie, meine Frau und meine Familie unterstützt mich hier in allen Dingen. Es hat jeder seinen Aufgabenbereich, somit bleibt noch Zeit für Gemeinsamkeiten in der Familie, die wir bewusst miteinander verbringen.

Als Ihre erste große Aufgabe haben Sie den Bau der neuen Kindertagesstätte gesehen. Im September 2016 durfte die Gemeinde feiern. Hat alles gleich so geklappt, wie Sie es sich vorgestellt haben? Welche großen Projekte stehen derzeit an?

Der Bau der neuen Kindertagesstätte war eine große und wichtige Entscheidung. Mein Zweiter Bürgermeister, Emil Reck, hatte auch von kirchlicher Seite Unterstützung, und der Gemeinderat stand vollständig hinter diesem Vorhaben. Durch den Gewinn von Heidrun Hartleitner als Kindergartenleitung waren alle Voraussetzungen erfüllt. Bei ihr mit ihrem Team sind unsere Kinder bestens aufgehoben. Dass der Bau eine richtige Entscheidung war, sieht man anhand der steigenden Kinderzahlen im Kindergarten und in der Krippe. Dank der Unterstützung von MdL Georg Winter sind wir auch an die nötigen Zuschüsse gekommen. Auch die Diözese Augsburg hat hier ihren Beitrag geleistet, und somit konnte das Projekt verwirklicht werden. Darauf bin ich sehr stolz. Die nächsten Projekte werden finanziell nicht so umfangreich ausfallen. Es stehen kleinere Projekte an wie die Gestaltung unserer Friedhöfe in Ziertheim und Dattenhausen, die Renovierung der Aussegnungshalle in Reistingen und eventuell noch der Breitbandausbau. Ein zeitlich großes Projekt ist momentan die Erstellung unseres Gemeindearchives durch das Engagement von vier Ehrenamtlichen.

Bereuen Sie Ihre Entscheidung, oder würden Sie noch mal für das Amt des Bürgermeisters kandidieren?

Nein, bereut habe ich es nicht. Ich bin gerne Bürgermeister, und wenn es die Gesundheit zulässt, möchte ich mich weiter für das Wohl der Gemeinde einsetzen. Es stehen doch noch viele Vorhaben an.

Interview: Katrin Reif

Bild: Baumann

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