1. Startseite
  2. Lokales (Dillingen)
  3. Bekommt Höchstädt bald eine Achterbahn?

Höchstädt

05.12.2019

Bekommt Höchstädt bald eine Achterbahn?

Carina Maneth, Maria Schuster, Tim Greimel (vorne von links), Fabian Maya und Justin Stein (hinten von links) machen sich bei der Jungbürgerkonferenz Gedanken um die Infrastruktur in Höchstädt.
Bild: Tanja Ferrari

Plus Woran es vor Ort fehlt, diskutieren rund 50 Jugendliche bei der ersten Jungbürgerkonferenz. Ideen, wie die eigene Heimat schöner werden könnte, gibt es viele.

Martin Gollmann hört gespannt zu. An seinem Tisch im Höchstädter Pfarrheim sitzen ihm fünf aufgeregt schnatternde Mädchen gegenüber. Am Montagabend übernimmt der 19-Jährige eine besondere Aufgabe: Er ist einer von neun Moderatoren bei der ersten Jungbürgerkonferenz.

Weiterlesen mit dem Plus+ Paket

  • Zugriff auf mehr als 200 neue Plus+Artikel pro Woche
  • Zugang zu lokalen Inhalten, die älter als 30 Tage sind
  • Artikel kommentieren und Newsletter verwalten
  • Jederzeit monatlich kündbar
Jetzt für nur 0,99 € testen

Weiterlesen mit dem Plus+ Paket

  • Zugriff auf mehr als 200 neue Plus+Artikel pro Woche
  • Zugang zu lokalen Inhalten, die älter als 30 Tage sind
  • Artikel kommentieren und Newsletter verwalten
  • Jederzeit monatlich kündbar
Jetzt für nur 0,99 € testen

Rund 800 Jugendliche aus den umliegenden Gemeinden und der Stadt waren zu der Veranstaltung speziell für junge Bürger eingeladen. „Wir haben uns lange überlegt, wie wir das angehen wollen“, erklärt Verwaltungsmitarbeiterin Sonja Gastl, die an der Eingangstür steht und die Jugendlichen aufmerksam beobachtet. Letztlich habe sich die Stadt für eine persönliche Einladung per Brief entschieden.

Wie die Idee für die Veranstaltung entstand

Knapp 50 Jugendliche zwischen zwölf und 21 Jahren waren daraufhin zur Veranstaltung gekommen. „Wir sind gespannt, wie sie ihre Zukunft in der Heimat gestalten wollen“, sagt Gastl. Um etwas für die Jugend vor Ort tun zu können, wolle man sie ins Boot holen. In einem ersten Schritt habe die Stadt alle ansässigen Vereine und Schulen kontaktiert, um ein Meinungsbild zu erhalten. Dabei waren sechs verschiedene Themengebiete entstanden. Auf der Liste stehen der Skaterplatz, Treffpunkte für Jugendliche, der Jugendtreff, Mobilität und Nahverkehr, Freizeitmöglichkeiten und allgemeine Infrastruktur.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Warum Busverbindungen den Jugendlichen besonders wichtig sind

Der 19-jährige Martin betreut das Thema Mobilität. „Wir wollen uns Gedanken über den Nahverkehr und die Verkehrssituation machen“, erklärt der Höchstädter. Seine Gruppe lässt er zuerst einmal ihre Ideen sammeln, bevor sie anschließend besprochen werden. „Vielleicht können wir dann auch verschiedene Ideen miteinander verbinden“, hofft er.

Jugendliche zwischen 12 und 21 Jahren dürfen entscheiden.
Bild: Tanja Ferrari

Besonders wichtig sei aber die Busverbindung. Oftmals fehle hier einfach der Anschluss zum Zug. Weil nur stündlich ein Bus fahre, müssten oftmals die Eltern zum Bahnhof fahren. Nach einer gewissen Uhrzeit gebe es allerdings gar keine Verbindung mehr, erklärt er. „Es wäre auch cool, wenn es einen Bus gäbe, der die Partys im Landkreis anfährt“, wirft eine Teilnehmerin ein. Schnell werden sich die fünf Mädchen außerdem einig, dass die Bushaltestellen nicht besonders schön sind. „Die Stadt könnte dort Blumen anpflanzen – bienenfreundlich, versteht sich“, schlagen sie vor.

Welche Ideen besonders absurd waren

Höchstädts Rathauschef Gerrit Maneth schaut neugierig über die Schultern der Jugendlichen. „Es sind sogar mehr gekommen, als wir gedacht haben“, sagt er. Die Veranstaltung im Pfarrheim soll Café-Charakter haben: Auf dem Tisch stehen Gummibärchen, Lebkuchen und Limonade. Auf den Tischen liegen Papiertischdecken und bunte Marker.

„Wir wollen, dass die Jugendlichen selbst aktiv werden, und vielleicht können wir sogar irgendwann einen Jugendbeirat gründen“, betont der Bürgermeister. Für Belustigung sorgten bei Maneth die Vorgespräche. Er erinnert sich an eine Situation mit den Viertklässlern und erzählt: „Sie hatten sich eine Achterbahn und ein Sea Life in Höchstädt gewünscht.“

Jugendliche zwischen 12 und 21 Jahren dürfen entscheiden.
Bild: Tanja Ferrari

Ambitioniert sind auch die Ideen am Tisch von Justin Stein und Tim Greimel. Die beiden Freunde moderieren den Themenbereich Infrastruktur. „Wir brauchen unbedingt mehr Essens- und Einkaufsmöglichkeiten“, berichtet der 14-jährige Tim. Vom Vorschlag, ein Gucci-Geschäft in die Herzogin-Anna-Straße zu holen, halten die beiden Moderatoren nicht viel. Einen Drogeriemarkt vor Ort oder eine Fast-Food-Kette wäre da schon eher nach ihrem Geschmack. Doch auch ganz andere Themen schaffen es in die Diskussionen der Jugendlichen. Die mangelnde Straßenbeleuchtung wird gleich von fünf Themengruppen angesprochen.

Als kommunale Jugendpflegerin des Landkreises, die die Veranstaltung mitbetreut, freut sich Christina Mayer über das Engagement der Teilnehmer. „Ich finde es wichtig, dass sie den Bürgermeister kennenlernen und selbst Ideen einbringen können“, sagt sie.

Lesen Sie dazu auch:

Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Das könnte Sie auch interessieren