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10.01.2018

Ein großes Geheimnis zum Schutz von Ventilen

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Thomas Ohnheiser experimentiert mit chemischen Substanzen.

Thomas Ohnheiser muss sein Lager am Lerchenberg bis Ende des Monats räumen. Fast 20 Jahre experimentierte er dort mit chemischen Substanzen, damit ein Automotor länger hält

Mit der Pipette träufelt Thomas Ohnheiser Tropfen einer chemischen Substanz in ein mit Benzin gefülltes Reagenzglas. Dann führt er „typische“ Schwappbewegungen durch. Damit will der 35-Jährige das Verhalten in einem Kraftstofftank simulieren. Das Ergebnis – eine rosarote Emulsion – soll beweisen, dass sich Wasser und Kraftstoff mithilfe eines Additivs gut verbinden lassen.

Die Zusatzstoffe sollen Korrosion und Ablagerungen entfernen sowie Verschmutzungen vorbeugen. Das heißt: Pumpen, Ventile, Düsen und Filter bleiben sauber, der Motor erbringt volle Leistung und lebt länger. Vier verschiedene Additive unter dem Begriff „Eurosol“ vertreibt Thomas Ohnheiser zusammen mit seinem Vater europaweit – rund 100000 Dosen jährlich. Im ehemaligen Munitionsbunker im Lerchenberg wurden früher die leeren Dosen sortiert und gereinigt. Inzwischen wurde aus technischen und organisatorischen Gründen auf ein Einwegsystem umgestiegen. Zuletzt diente der Bunker nur noch als Lagerraum für die chemischen Substanzen. Doch diese Möglichkeit endet zum 31. Januar (wir berichteten). „Wir haben im Juli 2017 die Kündigung erhalten“, sagt Ohnheiser. Bis Ende des Monats müssen deshalb Bunker und zugehöriger Außenbereich geräumt werden. Vorübergehend sollen die Flüssigkeitscontainer in Rischgau auf dem Grundstück des Elternhauses Platz finden.

Dort befindet sich auch das Büro der Firma. Auf den ersten Blick wirkt es wie ein Konferenzzimmer – am großen ovalen Tisch gibt es Platz für ein Dutzend Besucher. Auf dem Tisch steht ein Tablett mit Reagenzgläsern und Pipetten. Daneben Akten auf dem Schreibtisch und ein Computer. Der Schrank ist bis oben mit diversen Fläschchen und Dosen vollgestellt. Thomas Ohnheisers Vater Helmut, Kfz-Meister und Betriebswirt, hat hier vor 25 Jahren erstmals begonnen, mit Additiven zu experimentieren und die Wirkung an Fahrzeugen zu erproben. Probleme mit Ablagerungen an Einspritzdüsen, versulztem Diesel und Korrosion kannte der 55-Jährige schließlich aus seiner früheren Tätigkeit in der Werkstatt. Sein Wissen hat er an den Sohn weitergegeben. Thomas Ohnheiser, mit Fahrzeugen großgeworden, bestätigt: „Bei uns gab es nie etwas anderes als Autos.“ Dabei interessieren ihn vor allem die chemischen Phänomene, die sich hinter der faszinierenden Technik verstecken. Einmal habe ihn sein Dieselauto im Stich gelassen. Nach der Fehlermeldung „Dieselpartikelfilter zugesetzt“ zeigte das Fahrzeug kaum noch Leistung. „Du kannst dann nicht mal mehr einen Traktor überholen.“ Zwei Möglichkeiten gebe es für den Fahrer: Das Teil ersetzen, Kosten dafür rund 1200 Euro, oder eine Reinigung für knapp 400 Euro durchführen. Ohnheiser entschied sich, der Problematik selbst auf den Grund zu gehen. Er baute den Partikelfilter aus und experimentierte mit chemischen Substanzen. Heute weiß er, dass Vorbeugung das A und O ist: „Additive beugen Verschmutzungen vor.“

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Kurzstreckenfahrer müssten besonders aufpassen, weil die optimale Betriebstemperatur nicht erreicht werde. Dadurch kommt es zu einer unvollständigen Verbrennung. Die Folgen sind Ruß und Verkokung.

Aus den Rezepturen der Additive macht Ohnheiser wie seine Konkurrenten ein großes Geheimnis. Nur so viel will er verraten: „Bis zu 25 Komponenten stecken in unseren Produkten.“ Sie entsprechen der allgemeinen Kraftstoffnorm – wie an den Zapfsäulen.

Wasser im Tank? Das anfangs angesprochene Phänomen muss erklärt werden: „In jedem Kraftstoffsystem befindet sich Wasser“, so Ohnheiser. Es gelange beispielsweise beim Waschen durch schlecht verschlossene Tankdeckel. Und auch die Luftfeuchtigkeit schlage sich als Kondensat an den Tankwandungen nieder. Normalerweise setze sich Wasser ab, während der Kraftstoff oben schwimmt. Wird das Auto gefahren, werden geringe Mengen Wasser von der Kraftstoffpumpe angesaugt und über das gesamte Kraftstoffsystem verteilt. „Dort verursacht es Rost und Korrosion.“ Wer sporadische Motoraussetzer kennt, habe mit diesem Phänomen zu tun.

Zum Schluss noch einmal eine Demonstration mithilfe von Schwefelsäure, die eine Alterung des Kraftstoffs simulieren soll: Gummi, Lacke und Harze, produktionsbedingt in Kraftstoffen enthalten, können beispielsweise Einspritzdüsen verkleben. „Dadurch kommt es zu einer unvollständigen Verbrennung mit steigendem Leistungsverlust und Schadstoffausstoß.“ Gelangt unverbrannter Kraftstoff in den heißen Katalysator, könne dieser aufgrund von Überhitzung sogar zerstört werden. Abhilfe versprechen Additive. Ohnheiser: „Unser Produkt baut diese Verschmutzung komplett ab und entfernt sie rückstandsfrei durch den normalen Verbrennungsprozess.“

Auf die Rischgauer Produkte baut zum Beispiel der österreichische Automobilclub ÖAMTC. Bleibt ein Auto wegen Kälte im Winter liegen, löst das Eurosol in der blauen Dose laut Ohnheiser die ausgeflockten Paraffine auf der Stelle auf. „Nach der Einfüllung läuft das Auto wieder wie geschmiert.“

Ohne ein Wort zur aktuellen Dieseldiskussion geht es bei Kfz-Experten natürlich nicht: „Das Volk bekommt falsche Informationen“, ärgert sich Helmut Ohnheiser. Der größte Teil an Schadstoffen komme nicht aus dem Auspuff, sondern werde durch Reifenabrieb verursacht. Das Elektroauto ist für den Kfz-Meister schon heute ein Ladenhüter. „Die Herstellung einer Batterie setzt so viel CO2 frei wie ein Auto nach 300000 Kilometern.“

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