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Aislingen

10.04.2019

Gibt es in Aislingen bald Bogenschießen mit 3D-Tieren?

Im Ellerbacher Forst kann bereits auf rund 20 Hektar auf versteckte 3D-Ziele geschossen werden. Der Bogensport direkt in der Natur soll vielseitiger und abwechslungsreicher als das Schießen auf Scheiben sein.
Bild: Karl Aumiller

Plus Der Schützenverein wünscht sich seinen Bogenschießparcours, ähnlich wie in Ellerbach. Doch da spielen die Jäger im Dorf nicht mit. Wie es jetzt weitergeht.

Einfach mal eine kleine Wanderung machen und dabei auf die Pirsch gehen – das könnte in einem 3D-Bogenparcours im Aislinger Gemeindewald bald möglich sein. Zumindest wenn es nach dem örtlichen Schützenverein geht.

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Besonders für die Freizeitgestaltung und die Attraktivität der Gemeinde wäre das ein tolles Projekt, findet der Erste Vorsitzende Thomas Häusler. Bei der Gemeinderatssitzung am Dienstagabend in Aislingen stellt er die Pläne vor und sagt: „Das Angebot richtet sich an alle Altersklassen.“ Jugendliche, Senioren oder Familien – das Bogenschießen auf in die Natur eingebettete 3D-Tiere erfreue sich laut Häusler einer immer größer werdenden Beliebtheit. Dabei hatte der Deutsche Schützenverband die Disziplin erst vor knapp drei Jahren aufgenommen. Wenn es nach den Aislinger Schützen gehe, dann könnte solch ein Parcours – ähnlich, wie es ihn bereits im Ellerbacher Forst gibt, – im Gemeindewald an der Römerschanze in Richtung Weisingen entstehen. In Ellerbach können die Besucher seit zwölf Jahren auf 20 Hektar die versteckten 3D-Plastiktiere suchen und auf sie zielen.

Warum der Bogenschießparcours für Tiere in Aislingen Stress bedeuten kann

Doch die Idee für solch einen Parcours in Aislingen stößt nicht bei allen Parteien auf Wohlwollen. Ganz im Gegenteil. Josef Böck, Aislinger und Jäger, ist am Dienstag ebenfalls bei der Gemeinderatssitzung. Er gibt zu bedenken, dass ein solches Vorhaben den Tieren den letzten Rückzugsort in der Gemeinde nehmen würde. Die Tiere seien bereits einem unglaublichen Freizeitstress ausgesetzt. „Wanderer, Radfahrer, Jogger, Hundebesitzer und Reiter – reicht das nicht?“, fragt er in die Runde. Böck betont und sagt deutlich, dass er deshalb definitiv nicht seine Zustimmung für das Projekt geben könne.

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Bürgermeister Jürgen Kopriva wirft ein, dass die 3D-Ziele möglicherweise einen Vogelscheucheneffekt auf die Wildtiere haben könnten. Das hält Schützenchef Thomas Häusler für ausgeschlossen. Er sagt: „Die Tiere riechen, dass Plastik keine Bedrohung darstellt.“ Für die Gemeinde könne das Projekt viele Vorteile bringen, so Häusler. Zusätzlich zum Bogenparcours könnte über einen Wald- oder Tierlehrpfad auch die Begeisterung bei Kindern und Jugendlichen für die Natur wieder neu geweckt werden. „Welches Kind kennt heute überhaupt noch Bäume oder weiß, welche Aufgabe ein Tier hat“, sagt Häusler. Da selbst in Foren durchwegs positiv über die Parcours berichtet wird, sieht er eine mögliche Umsetzung als große Chance. Häusler: „Viele Menschen sind so begeistert davon, dass sie den Jagdschein machen oder das Grüne Abitur.“

Welche Auflagen es zum Schutz der Tiere gibt

Auch Robert Ertl, Erster Vorsitzender des TSV Ellerbach, sagt auf Nachfrage unserer Redaktion, dass ein solcher Bogenparcours in der Natur dem Tierwohl nicht schaden könne. „Bisher ist mir da nichts aufgefallen“, sagt er. Bedenken deswegen habe es auch vor der Realisierung 2007 in Ellerbach gegeben. Bewahrheitet hätten sie sich allerdings nicht. Bis heute nicht. Ertl: „Ich habe sogar schon Tiere auf den ausgewiesenen Wegen laufen sehen.“ Die Störung sei im Wesentlichen nicht so groß, wie man meinen könnte. Selbst der Förster sei überrascht gewesen, wie friedlich und ruhig es bei einem Turnier mit 200 Menschen im Ellerbacher Forst zugegangen sei, so Ertl.

Die 3D-Tiere bestehen aus Plastik und sind mit einem Pfeilfang ausgestattet.
Bild: Karl Aumiller

Auch die Sorge, dass ein im Wald lebendes Tier mit den Pfeilen verletzt werden könne, räumt der Vorsitzende aus. „Die 3D-Ziele sind mit einem Pfeilfang ausgestattet, da müsste man schon sehr schlecht schießen, damit der Pfeil ganz woanders landet“, sagt er. Über Strohballen oder Netze, die direkt hinter dem Ziel angebracht wären, würden alle Pfeile sicher abgefangen werden.

Ob das Projekt für die Gemeinde infrage komme, wird bei der Sitzung nicht endgültig geklärt. Bürgermeister Kopriva will mit Sachverständigen klären, welche Risiken für die Tiere bestehen könnten. Außerdem ist auch ein Besuch in der Anlage in Ellerbach mit dem Gemeinderat geplant. Auch eine Alternative im Staatsforst soll auf Vorschlag von Gemeinderat Manuel Schuster noch genauer angeschaut werden, um eine für alle Parteien annehmbare Lösung zu finden.

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