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06.07.2010

Hoffen auf eine gute Ernte

Landkreis Alle reden vom Wetter, besonders die Landwirte. Denn das Wetter ist ein wesentlicher Faktor für das Wachstum der Pflanzen und somit auch letztendlich für den Ernteertrag der Bauern. Zeigte der Winter in diesem Jahr bis Ende März sein frostiges und schneereiches Gesicht, so sei der April für die Frühjahrsbestellung und Aussaat der Hackfrüchte wie Mais, Kartoffeln oder Rüben sowie das Sommergetreide von der Witterung her sehr gut gewesen, sagt der Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbands (BBV) und Landwirt Hermann Kästle im Gespräch mit der Donau-Zeitung.

Dann jedoch habe mit dem 1. Mai eine beinahe fünf Wochen andauernde Regenperiode mit Kälte und vereinzelten Nachtfrösten den Kulturpflanzen auf den Feldern doch sehr zugesetzt. "Besonders der Mais hat unter diesen Witterungsverhältnissen sehr gelitten", fügt BBV-Kreisgeschäftsführer Eugen Bayer hinzu.

In einigen Gegenden des Landkreises werde die Wachstumsuntergrenze von 77 Zentimetern zum 7. Juli nicht erreicht werden. Im Vergleich dazu habe es in den vergangenen zwei Jahren keinen Maisbestand gegeben, der um diese Zeit eine Wachstumshöhe unter 1,77 Metern erreicht habe. Kästle zeigte sich jedoch sehr optimistisch und meinte, wenn die Wärme weiterhin so anhalte, könne gerade der Mais die Wachstumsversäumnisse noch recht gut nachholen.

Hoher Infektionsdruck

Hoffen auf eine gute Ernte

Bei den Kartoffeln sind die beiden BBV-Männer recht zuversichtlich, denn die Nässe habe zu einem guten Fruchtansatz beigetragen. "Einzig der Infektionsdruck durch die Krautfäule, eine Folge der Nässe, macht uns noch Sorgen", sagt Landwirt Kästle. Bezüglich der Zuckerrüben, die im Ansatz gut stehen, könne jedoch erst Ende August eine Aussage gemacht werden, denn hier spielten die Niederschläge in dieser Zeit eine große Rolle, sagen die Landwirtschaftsexperten.

"Recht gute Erträge erwarten Landwirte im Kreis bei den Getreidesorten", sagen die BBV-Männer. Abgesehen vom hohen Infektionsdruck wegen der Feuchtigkeit im Mai, könne durch die bisherigen heißen Junitage aus heutiger Sicht mit recht guten Erträgen bei Gerste und Weizen gerechnet werden. Beim Raps ist nach den Worten des BBV-Kreisobmanns weniger Schädlingsdruck als in den Vorjahren zu verzeichnen und der Schotenansatz sei ebenfalls zufriedenstellend. "Insgesamt ist jedoch eine Wachstums- und Reifeverzögerung von rund 14 Tagen bei allen Feldfrüchten festzustellen", sagen Bayer und Kästle übereinstimmend.

Grünland tat Nässe gut

Dem Grünland habe die Nässe im Mai dagegen ein sehr gutes Wachstum ermöglicht, so Bayer, einzig beim Schnittzeitpunkt habe es Probleme gegeben, da die Zeitfenster dafür wegen der nassen Witterung recht klein gewesen seien. Dennoch seien gute Erträge bei den bisherigen zwei Grünschnitten erreicht worden.

Nach heutiger Sicht sei insgesamt mit durchschnittlichen Ernteerträgen beim Getreide und den andern Feldfrüchten im Landkreis Dillingen zu rechnen. "Doch welchen Ertrag der Bauer endgültig für sich finanziell verbuchen kann, entscheidet der Preis", sagen Kästle und Bayer. Und dieser werde erst während oder nach der Ernte festgesetzt.

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