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14.07.2010

Narrenfreiheit

Wenn es ein Arbeitnehmer versteht, mit dem Chef zu scherzen, darf er Wahrheiten aussprechen, die ihm sonst seine Stelle kosten könnten. Das beweist eine neue Dissertation zum Thema "Komik und Konflikt in Organisationen".

Wahrheit im Gewand der Narretei - der mittelalterliche Hofnarr ist offenbar wieder gefragt. Der moderne Betriebsnarr hält sich auch an die alte Pflicht, über die Witze des Chefs wie ein Narr zu lachen. Und wenn er absurde Situationen im Firmenalltag mit Komik beschreibt, erntet er befreiendes Gelächter wie eh und je.

Allerdings können die Späße des modernen Narren auch gefährlich werden. Die genannte Dissertation lehrt, dass Witz im Unternehmen nur hilfreich ist, wenn der Dialogpartner die Pointe auch wirklich versteht. In die betrieblichen Fortbildungsprogramme sollten deshalb Lehrgänge zum Thema "Wie verstehe ich Spaß" aufgenommen werden.

In unserer Zeit mögen ein paar Freiheiten bereits der zunehmenden Lust an der personalen Kontrolle geopfert worden sein. Bestehen bleibt aber die Narrenfreiheit - mit Einschränkungen allerdings, die Johann Gottfried Seume schon 1811 definiert hat: "In jedem guten Staate muß jeder die Freiheit haben, ein Narr zu sein, nur darf der Narr mit seiner Narrheit niemand auf den Fuß treten, weil das zu viele Störungen und Zänkereien geben würde."

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