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Natur

09.03.2019

Was man im Kreis Dillingen für die Artenvielfalt tun kann

Der Landkreis Dillingen hat eine Aktion gestartet, damit mehr blühende Landschaften auf gemeindlichen Flächen entstehen. So soll ein weiteres Insektensterben verhindert werden.
Bild: Wolfgang Selmeier

Sowohl das Dillinger Landratsamt als auch das Wertinger Landwirtschaftsamt werben für blühende Landschaften, um weiteres Insektensterben zu verhindern.

„Es war reiner Dusel, dass das Volksbegehren für den Artenschutz und die Bächinger Mooseum zusammengefallen sind“, sagte Landrat Leo Schrell. Wie berichtet, sollen im Landkreis blühende Landschaften für Insekten und Vögel entstehen. Im Fokus liegen öffentliche Grünflächen oder auch die Streifen am Straßenrand.

Die Aktion des Dillinger Landkreises könnte ein Renner werden

Die Aktion könnte ein Renner werden. Wie Manfred Herian, Kreisfachberater für Gartenbau und Landespflege, verkündete, haben sich bereits 15 Gemeinden mit je etwa fünf Flächen angemeldet. „75 bis 80 Flächen haben wir jetzt“, teilte Herian am Donnerstag bei der Kreisversammlung des Gemeindetags im Bächinger Mooseum freudig mit. Auch viele Privatleute melden sich inzwischen im Landratsamt und nehmen dankbar kleine Tüten mit Saatgut mit. Von insgesamt 5000 Tüten sei schon bald die erste Hälfte weg.

Der Experte will den Bürgermeistern Mut machen

Anschließend verdeutliche Herian den Bürgermeistern die Vorteile mehrjähriger Pflanzen gegenüber einjährigen. Mehrjährige seien wesentlich pflegeleichter. Unter den heimischen Arten seien trockenheitsliebende, die sogar auf „den miesesten Böden“ aufblühen – solange diese frei von Unkraut sind. Herian betonte, solche Flächen müssten gemäht, nicht gemulcht werden. Beim Mulchen würden sich die Nährstoffe im Boden vervielfachen, aber das sei nicht gut für die Pflanzen. Und auch gemäht werden sollte viel, viel weniger. Da müsse man umdenken. Walter Joas erkundigte sich, wie oft gegossen werden muss. „Ein Mal g’scheit und dann vier Wochen lang nicht“, erklärte Herian. Er wollte den Bürgermeistern Mut machen, das Projekt voranzubringen, und warb für eine Exkursion zur Gemeinde Haar östlich von München. Dort sollten sich vor allem die Mitarbeiter von Bauhöfen anschauen, wie man mit wenig Aufwand, aber gezielten Aktionen mehr für Insekten und Vögel tun kann.

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Ein Projekt für Kommunen und ihre Schulen?

Ein weiteres Projekt stellte Susanne Ahle vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten vor. Das Ziel sind mehr Streuobstwiesen. Allerdings können nur Kommunen in den Genuss der Förderung kommen, etwa in Zusammenarbeit mit einer Schule. Und es braucht ein Konzept, damit die langfristige Pflege der Wiesen und die Ernte gesichert ist. Interessenten für die beiden Projekte können sich an die jeweiligen Ämter wenden. (corh)

Lesen Sie dazu auch die weiteren Artikel von der Versammlung des Gemeindetages:

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Wie sieht der Haushalt des Landkreises Dillingen bislang aus? Und immer geht’s auch ums liebe Geld

„Auch im Kreis Dillingen ist die Natur nicht intakt“

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