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Rain

16.10.2019

Castle-Stimmung im Rainer Schloss

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2 Bilder
Der Vokalkreis Rain mit musikalischen Freunden im Schotten-Look (von links). Karin Weber, Olivia Würmseher, Güven Deniz, Umut Deniz, Karin Obermaier (Flöte), Martina Würth (Klavier), Robert Krause, Barbara Würmseher, Josefine Bobinger und Ulrike Stöckl.
Bild: Foto. Paul Stöckl

Der Vokalkreis Rain feierte 30. Jubiläum mit einem Irisch-Schottischen Abend. Eine runde Gesamtleistung versetzte das Publikum auf der Britischen Inseln

Ein ehemals bayerisch-kurfürstliches Wittelsbacher Schloss steht in Rain – so wissen es die Geschichtskundigen. Doch davon war an diesem Abend kaum etwas zu spüren. Schottland, Irland, England und Wales hielten musikalisch Einzug und verwandelten das altehrwürdige Gemäuer in ein Castle. Daran ließen schon zur Begrüßung Dudelsackspieler und Trommler keinen Zweifel, die die Besucher bereits am Portal mit keltischen Weisen empfingen.

Als der Vokalkreis Rain jetzt sein 30-jähriges Bestehen feierte, erfüllten Klänge der Britischen Inseln die historischen Mauern. Und die Besucher fanden sich in einer Art Pub wieder: Bei Guinness-Bier und kulinarischen Schmankerln lauschten sie den teils sehnsuchtsvoll-wehmütigen, teils schwungvoll-fröhlichen Weisen der Folk-Musik, die der achtköpfige gemischte Chor, die Pianistin Martina Würth, Flötistin Karin Obermaier und das Duo Carnyx (Dieter Trautwein und Peter Schwarzwälder) mitgebracht hatten.

Grüne Hügel und schroffe Steilküsten

Grüne Hügel im gleißenden Sonnenschein, karge Meeresbuchten mit schroff abfallenden Steilküsten und türkisblauem Wasser... Stimmungsvolle Fotos von Horst Richter, die während des Abends über eine Leinwand liefen, brachten diese Landschaft näher. Und auch die liebevolle Dekoration mit karierten Kissen im Tartan-Muster, Kerzen und Weinkisten, die zu Tischen umfunktioniert waren, versetzten gefühlsmäßig auf die Britischen Inseln. Erst recht natürlich die gesanglichen und instrumentalen Beiträge.

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„Willkommen im Castle zu Rain“, begrüßte Vokalkreis-Vorsitzende Karin Weber das Publikum im voll besetzten Saal. Vor 30 Jahren war das Gesangs-Ensemble aus dem Rainer Kirchenchor heraus entstanden und ist seitdem mit viel Freude und Liebe zur Musik dabei. Seit Mai wurde für den Irisch-Schottischen Abend geprobt – zur Begeisterung der Zuhörer.

Während das Publikum die Pub-Atmosphäre genoss, präsentierte sich der Vokalkreis vor allem mit traditionellen irischen, schottischen, englischen und walisischen Liedern. „Molly Malone“ beispielsweise erzählt von einer Fischhändlerin in Dublin, die viel zu früh an Fieber stirbt. Ihr zu Ehren steht eine Statue in Dublin – sie gilt als eines der Wahrzeichen der Stadt. Weitere Lieder handeln von der Sehnsucht nach einer großen, verflossenen Liebe („Sally Gardens“) oder dem Wunsch, das Vaterland wiederzusehen („Londonderry Air“) oder beschreiben die Schönheit eines irdischen wie auch eines himmlischen Landes („I vow to thee my Country“).

Auch das Duo Carnyx mit Dudelsackspieler Dieter Trautwein und Trommler Peter Schwarzwälder begeisterte – etwa mit der britischen Nationalhymne „God save the Queen“ oder „Lord of the Dance“, um nur zwei Nummern zu nennen, die sie in humorvolle Moderationen verpackten. Seit über zehn Jahren spielen die beiden Musiker aus Kissing und Mering zusammen. Martina Würth am Klavier und Karin Obermaier an der Flöte führten das Publikum mit „David’s Song“ sehr gefühlvoll und gekonnt auf eine wunderbar instrumentale Reise ins schottische Hochland. Gebannt hörten die Gäste das Lied, dessen Melodie vielen schon durch eine Interpretation der Kelly Family bekannt ist.

Ein echter Schotte im Publikum

Sogar ein echter Schotte saß im Publikum. Ihm wurde das hymnische „Highland Cathedral“ in besonderer Weise „gewidmet“. Dieser fast majestätische Song, von zwei Deutschen geschrieben, ist eine Anerkennung an jene Schotten, die in Übersee kämpften. Er wurde auch als schottische Hymne vorgeschlagen, musste aber letztlich hinter „Scotland the Brave“ zurücktreten.

Nach der Pause mit köstlichen schottisch-irisch inspirierten Schmankerln, läutete der Vokalkreis den zweiten Teil ein, der von eher tragischen Liebesliedern geprägt war, die freilich nicht zu schwermütig interpretiert wurden. Die zehn Sänger und Musiker brillierten sowohl im melancholischen, als später auch im fetzigeren Teil des Abends. Es gab sogar eine witzige, skurrile Tanzeinlage bei „Phil the Fluter’s Ball“, von stehende Ovationen begleitet.

Der Abend klang mit dem gemeinsam gesungenen Lied „Auld Lang Syne“ (Nehmt Abschied Brüder) aus. Die Besucher bewiesen stimmliche Präsenz und Tontreue und auch, wie sehr sie dieser Musik von den Britischen Inseln gewogen sind.

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