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Musik

03.02.2015

Der Jazz hat sie zu Freunden gemacht

Der eine spielt am liebsten Gitarre und Kontrabass, der andere fühlt sich am Schlagzeug in seinem Element: Was Arndt Pischke (links) und Helmar Sagel aber verbindet, ist ihre Liebe zum Jazz. Gemeinsam haben sie die Veranstaltung „Jazz und Kunst“ organisiert, die am Freitag, 6. Februar, in Donauwörth stattfindet.
Bild: Ulrike Eicher

Helmar Sagel und Arndt Pischke führen zusammen eine Plattenfirma in Huisheim. Am Freitag treten sie mit anderen Künstlern im Donauwörther Zeughaus auf

Ein gepflegtes Einfamilienhaus mitten in Huisheim – nur ein dezentes Schild neben dem Eingang weist darauf hin, was sich im Inneren abspielt: „Cold Water Production“. Für Arndt Pischke hat sich hier ein Traum verwirklicht. Im Keller seines Hauses hat er sich ein komplettes Ton- und Aufnahmestudio eingerichtet – und mit seinem Freund Helmar Sagel vor einigen Jahren ein Plattenlabel gegründet. Unter dem Namen Cold Water Production bringen die beiden seitdem nicht nur ihre eigene Musik heraus, sondern produzieren auch für andere Künstler. Nun treten sie mit ihrer Gruppe JazzMenCWP am Freitagabend ab 19.30 Uhr im Donauwörther Zeughaus auf. „Jazz und Kunst“ heißt die Veranstaltung mit mehreren Künstlern aus der Region, die die beiden auf die Beine gestellt haben.

Im Keller in Huisheim wird dafür schon kräftig geprobt. Die Instrumente stehen bereit: das Schlagzeug, mehrere Gitarren, der Kontrabass, verschiedene Verstärker und Percussion-Trommeln. Der große Raum ist schwarz ausgekleidet, Lichter in wechselnden Farben schaffen Atmosphäre. Ein kleines Glasfenster gibt den Blick frei auf den Bereich, in dem sich das Mischpult und der Computer befinden: „Das Herz des Studios“, sagt Pischke. Gut 20000 Euro hat der 52-Jährige, der eigentlich Produktmanager in einer Buchdorfer Firma im Bereich Telekommunikation ist, in sein Tonstudio in Huisheim gesteckt. So gut wie jede freie Minute verbringt er darin: „Sehr zum Leidwesen meiner Frau und meiner drei Kinder“, sagt er und schmunzelt.

Schon mit sechs Jahren bekam der gebürtige Düsseldorfer Gitarrenunterricht. Bis er 18 war, hatte er nicht nur Rock und Blues entdeckt, sondern auch den Jazz, der es ihm seither angetan hat. Arndt Pischke sei heute einer der besten Gitarristen und Bassisten, die er kenne, sagt Helmar Sagel über seinen Freund Pischke.

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Sagel selbst spielt Schlagzeug und Klavier. Auch er kam bereits als Kind zur Musik: „Als ich sechs war, habe ich schon auf Flaschen und Verpackungen herumgetrommelt“, sagt der 53-Jährige, der bei Airbus Helicopters arbeitet und in Donauwörth lebt. Später dann folgte eine intensive Schlagzeug-Ausbildung am Konservatorium in Frankfurt, wo Sagel auch herkommt. Schon als Jugendlicher spielte er in verschiedenen Bands ebenso wie während seiner zwei Jahre in den USA, die er des Berufs wegen dort verbrachte.

2009 lernten Sagel und Pischke sich über ein Musiker-Netzwerk im Internet kennen – und stimmten in ihrer Liebe zum Jazz sofort miteinander überein. „Jazz hat was Verbindendes“, sagt Pischke. Denn wer die Grundlagen kenne, könne mit anderen Musikern frei improvisieren – unabhängig von der Sprache oder der Herkunft. Das Improvisieren sei es auch, das diese Musik so interessant mache: „Jede Jazzinterpretation ist einzigartig. Das Stück hört sich bei jedem Spielen ein wenig anders an“, sagt Pischke. Mit „Mint Music – Inner Breath“ hat das Duo bereits ein Album mit Eigenkompositionen aus dem Bereich „Fusion“ herausgebracht: Die Lieder darauf sind experimentell, die Musiker verbinden verschiedene Stile – Jazz ist nur einer davon.

Diese Musik, die sie so lieben, sehen sie im Landkreis aber noch unterrepräsentiert: „Man muss in unserer Region schon mal eine Stunde fahren, bis man ein Jazzkonzert findet.“ Das wollten sie ändern – und so entstand die Idee zu „Jazz und Kunst“. Den Abend im Zeughaus sehen sie als „Experiment“: Es gehe darum, den Menschen den Jazz näherzubringen. „Und natürlich möchten wir auch zeigen, welche Künstler es in der Region gibt“, sagt Sagel. So tritt Majazztic auf, eine aus dem Landkreis Dillingen stammende Formation, die Standards aus 100 Jahren Jazz-Geschichte präsentiert. Und natürlich sind auch die JazzMenCWP mit von der Partie. Neben Sagel am Schlagzeug und Pischke am Kontrabass gehören auch Bernd Fischer am Saxofon und Markus Prügel am Klavier – beide stammen aus dem Nördlinger Raum – zur Gruppe. Die JazzMenCWP spielen Klassiker wie Charlie Parker und Miles Davis und geben die Entwicklungen des modernen Jazz-Rock wieder.

Aber nicht nur für die Ohren ist was geboten bei der Veranstaltung im Zeughaus. Der Donauwörther Fotograf Ulrich Berens stellt, wie schon berichtet, seine Fotografien aus. Und der Rieser Künstler Bernd Fischer seine gemalten Werke.

Der Eintritt an der Abendkasse kostet 12 Euro, Karten im Vorverkauf für 10 Euro gibt es in der Buchhandlung Greno in Donauwörth oder unter www.cold-water-production.com.

In unserer neuen Serie „Kultköpfe“ stellen wir Menschen aus dem Landkreis vor, die besonders kreativ sind – sei es als Künstler, Kulturschaffende oder mit einem außergewöhnlichen Hobby und Talent.

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