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Konzert

25.11.2019

Gregorianisch und modern

In wunderbar stimmungsvoll-kirchlicher Atmosphäre: Zum zweiten Mal gastierten „The Gregorian Voices“ am vergangenen Freitag im Donauwörther Liebfrauenmünster.
Foto: Tochtermann

Acht besondere Männerstimmen erfüllen das Donauwörther Liebfrauenmünster

Bereits zum zweiten Mal gastierten „The Gregorian Voices“ am vergangenen Freitag im Donauwörther Liebfrauenmünster. Gut 150 Zuhörer von jung bis alt kamen zu dem Konzert, bei dem acht Männer die Kirche mit ihren Stimmen füllten.

„The Gregorian Voices“ besteht aus acht Bulgaren, welche extra für die Konzertreise nach Deutschland anreisen. Sie nennen sich auf ihren Plakaten „The Masters of the Gregorian Chants“, was man nach dem Konzert nur unterstreichen kann. Im ersten Teil des Abends waren mittelalterliche Gesänge der Gregorianik zu hören, was sich nach der Pause in Klänge der Popmusik wechselte.

Nach der Begrüßung durch Stadtpfarrer Robert Neuner erstrahlte der Altarraum während des ganzen Konzertes nur im violett angestrahlten Licht und im Schein der Kerzen beim Hochaltar. Die acht in Mönchsgewänder gehüllten Sänger zogen aus der Sakristei ein und stellten sich um den Altar auf. Zu Beginn erklang das „Ave Maria virgo serena“ von Chorleiter Georgi Panurov zuerst einstimmig und dann mehrstimmig. Bereits hier erfüllte die Stimmgewalt der acht Bulgaren den ganzen Raum des Liebfrauenmünsters. Bei den Zuhörern herrschte absolute Stille, was nur durch den Applaus zwischen den Stücken unterbrochen wurde.

Ein gekonntes Tenorsolo wechselte sich mit dem Wechsel von Tenor und Bass beim anschließenden „Salve Regina“ ab. Beeindruckend war hierbei das Einfühlungsvermögen der einzelnen Sänger mit ihren Stimmen. So ließen die Zuhörer das Forte und Piano auf sich wirken.

Bemerkenswert für die Besucher des Konzertes war sicherlich, dass Chorleiter Georgi Panurov beim Anstimmen nie eine Stimmgabel oder ein Instrument benutzte. Es schien, als verfüge er über ein absolutes Musikgehör. Auch sein Dirigat war auf ein Minimum reduziert. Dass die Sänger Meister ihres Fachs sind, erfuhren die Anwesenden bei jedem Stück. Mit „Ameno“ wurde der erste Teil mit den gregorianischen Gesängen abgeschlossen.

Nach der Pause wandte sich das Oktett der gegenwärtigen Popszene zu. Anders und ungewohnt durch den Hauch der Gregorianik klangen die Hits sehr erhebend. Nicht fehlen durfte in diesem Part natürlich das „Halleluja“ von Leonard Cohen. Dieses gewann durch den gekonnten Einsatz der Stimmen und Lautstärken an Wirkung, was dann auch der Applaus zeigte. Es folgten „Hello“ von Lionel Richie und „Fields of Gold“ von Sting. Die Mehrstimmigkeit war immer wieder ein Hörgenuss. Ohne die Begleitung der bekannten Instrumente erklang „Sound of Silence“ von Simon & Garfunkel von „The Gregorian Voices“ vorgetragen in einem ungewohnten Klangbild. Unter die Haut ging auch das gekonnt arrangierte „Knockin’ on Heavens Door“.

Ein Genuss machte sich am Ende des Konzertes auf, als die acht Sänger von „The Gregorian Voices“ bei der Zugabe mit „Amazing Grace“ nun im Licht zu sehen waren. Danach zogen die in Mönchskutten gehüllten Männer durch den Mittelgang zum Hauptportal, wo sie noch gerne ihre CDs signierten. In gut zwei Jahren möchte das Oktett gerne wieder nach Donauwörth kommen.

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