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Unterhaltung

25.01.2020

Karl Valentin und ein mutiger Hofnarr

Hyronimus (Sepp Egerer) versucht den Sumpfhai (Kerstin Egerer) mit der Angel zu fangen – einer der Höhepunkte der Auftritt in Blossenau.
Foto: Münsinger

Sepp und Kerstin Egerer zeigen Melange von Valentin-Stücken und begeistern mit Hyronimus, der Drachenflüsterer

Sepp Egerer ist ein Fan des berühmten Münchner Komikers Karl Valentin. „Valentin hat den Leuten einfach aufs Maul g’schaut und mit seinem Humor und Sprachwitz Künstler beeinflusst wie Bertolt Brecht, Loriot und Gerhard Polt“, erklärt Egerer. Karl-Valentin-Abende gehören deshalb zum festen Programm des Künstlerpaares Kerstin und Sepp Egerer. Im B+ Zentrum Blossenau traten die Neuburger nach 2018 zum zweiten Mal mit neuen Szenen auf. Dass es ein sehr vergnüglicher Abend werden würde, hatte sich rumgesprochen, denn das B+ Zentrum war fast ausverkauft.

Zwei volle Stunden zündeten die beiden Schauspieler ein Feuerwerk aus Slapstick, Situationskomik und tiefsinnigem Wortwitz. „Beim Arzt“, „Vor Gericht“, „Der Theaterbesuch“, „Die Orchesterprobe“, „Schwieriger Kuhhandel“, „Transportschwierigkeiten“, „Teppichklopfen“, „Die Brille“, „Der Hasenbraten“, „Des Freundes Brief“ und „Ohrfeige“. Immer stehen dabei bayerische Typen im Mittelpunkt wie die zwei Nachbarinnen, die sich im Stiegenhaus ein deftiges Wortgefecht liefern und sich Schimpfwörter an den Kopf werfen, die einem die Ohren rot werden lassen. Ein Höhepunkt war die Orchesterprobe – ein Klassiker von Karl Valentin. Das wunderbare groteske Gefecht zwischen Dirigent und Musiker ist ein Großangriff auf die Lachmuskeln. Ständig unterbricht und provoziert der aufmüpfige „schlechteste“ Musiker des Orchesters (Sepp Egerer) den Vorstadtkapellmeister (Kerstin Egerer), und bringt ihn zur Verzweiflung. Nichts klappt, und das aufs Schönste. Herrlich komisch die Mimik der beiden Akteure und der Kampf mit Taktstock und Drumstick. „Ich habe schon lange nicht mehr so viel gelacht“, lautet das begeisterte Fazit einer Zuschauerin. „Es war ein sehr kurzweiliger Abend. Toll.“ Das sahen wohl alle so, denn auch nach zwei Zugaben wollten sie noch mehr. Da half nur noch das bewährte Schlusslied in A und D. „Ade“ sangen Kerstin und Sepp Egerer und verabschiedeten sich mit dem Versprechen bald wiederzukommen.

Tags darauf durften Familien und Kinder Hyronimus, den Drachenflüsterer, auf seiner abenteuerlichen Reise begleiten. Sie bestimmten, wo der Hofnarr hinkam und wen er dort traf. Das waren ein Jäger, eine Hexe, ein Feuerwehrmann in einer Höhle, ein Igel ohne Stacheln und der einzige Sumpfhai auf der ganzen Welt. Alle Figuren wurden von Kerstin Egerer mit wenig Mitteln genial verkörpert. Die improvisierten Dialoge gestalteten Sepp und Kerstin Egerer kindgerecht mit feinsinnigem Humor. Am Ende gelang es, den Drachen mit einem verhexten Stinkschuh aus dem Land zu vertreiben. (evm)

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